P. Peter Quirl SJ
1901 - 1985

P. Peter Quirl stammte aus Köln. Dort wurde er am 17. November 1901 geboren als Ältester von 7 Geschwistern. Die Eltern konnten zwar ihren Kindern keine irdischen Güter mitgeben, wohl aber einen lebendigen Glauben. Das zeigte sich, als der Pfarrer den Eltern riet, ihrem Sohn den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen. Die Mutter sagte damals: "Ich werde zusätzlich dafür (d. h. nachts!) arbeiten." Damit öffnete sich für P. Quirl der Weg in den Orden und zum Priestertum.

Während seiner Gymnasialjahre fand er Kontakt zum 1919 gegründeten Bund Neudeutschland. Von da aus war dann der Weg ins Noviziat der Gesellschaft Jesu in 's-Heerenberg (Holland) nicht mehr weit. Am 25. April 1922 trat er dort ein. Es folgten die philosophischen und theologischen Studien in Valkenburg und Innsbruck; unterbrochen durch eine zweijährige Erziehertätigkeit im Kolleg in Mariaschein/Tschechoslowakei (1924-33). Daran schloß sich 1933/34 das Terziat in Münster an.

Nach einer kurzen Einführung in die Arbeit der Marianischen Kongregation durch P. Anton Schmidt in Bonn begann P. Quirl 1935 sein Wirken als Stadt-Männerseelsorger in Köln - in der Nachfolge des verhafteten P. Josef Spieker. Diese Arbeit wurde 1941 durch Aufhebung der Jesuitenniederlassungen von seiten der damaligen Machthaber unterbrochen.

Von 1946-49 baute P. Quirl in Koblenz die Männerseelsorge auf. 1950 kehrte er nach Köln zurück, zunächst als Krankenseelsorger im Franziskushospital in Köln-Ehrenfeld, dann bis 1982 Männervorträge mit Aussprachen und Priesterrekollektionen, aus denen später eine Marianische Kongregation für Priester erwuchs. Ferner hielt er viele Schwesternvorträge und gab außerdem sehr viele Exerzitien im In- und Ausland (Nahost). Hinzu kommen all die vielen Menschen, die ihn aufsuchten, um Weisung, Rat und Hilfe zu finden.

Zunehmende Altersbeschwerden und Krankheit legten 1982 eine Übersiedlung ins Altenheim nach Münster - Haus Sentmaring - nahe. Hier setzte nun sehr bald ein langsamer, aber stetig fortschreitender Verfall seiner körperlichen und geistigen Kräfte ein. Für den lebensbejahenden P. Quirl kein einfacher Weg. Die Quelle, aus der er schöpfte und stets neue Kraft gewinnen durfte, gerade auch in den Tagen der Krankheit und des Alters, blieb zeitlebens der Geist des heiligen Ignatius von Loyola, den ihm die 'Geistlichen Übungen' vermittelten. Ignatius wies ihm den Weg zu einer immer tieferen und umfassenderen Erkenntnis des Willens Gottes.

Ein von ihm verfaßtes Gebet, dessen er selbst sich gern bediente und das erden ihm Anvertrauten weitergab, bringt diese Haltung zum Ausdruck: "Jesus, Du weißt es - Du liebst mich Du willst es - Ich auch!" In dieser vorbehaltlosen Hingabe durfte er am späten Nachmittag des 29. Juni 1985, seinem Namenstag, in die ewige Herrlichkeit eingehen. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem ordenseigenen Friedhof von Haus Sentmaring in Münster.