P. Adolf Rodewyk SJ
* 4. Dez.1894 in Köln-Mülheim
9. Nov.1989 in Münster/Westf.

Er lebte vor dir in Treue und Gerechtigkeit
und mit aufrichtigem Herzen.
1 Kön. 3,6

P. Rodewyk entstammte einer tief gläubigen Familie. Ihr verdankte er in erster Linie seine charakterliche und religiöse Prägung. Von den fünf Geschwistern starben zwei als Kleinkinder. So wuchs er auf als der Mittlere zwischen seinem älteren Bruder Burkhard und seiner jüngeren Schwester Maria. Sein Vater war in Mülheim Direktor einer Filiale der Reichsbank. Seine etwas schwere ostfriesische Art - er stammte aus Emden - verband sich aufs glücklichste mit der heiteren rheinischen Art der Mutter, die aus Viersen stammte. Da der Vater mehrfach versetzt wurde, gab es für Adolf mancherlei Schulprobleme. Das Abitur machte er auf dem staatlichen Gymnasium in Duisburg. Sein bester Schulfreund war Leo Ueding. Beide nahmen an Schülerexerzitien bei P. Anton Dantscher in Aalbeck teil, und beide traten in den Jesuitenorden ein.

Nach dem Abitur wurde Adolf Anfang Dezember 1914 als Freiwilliger zum Kriegsdienst eingezogen und einer neu entwickelten Flakformation zugeteilt. Den Krieg überlebte er als Leutnant an der Westfront, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz.

Bereits am 16. Dezember 1918 trat er zu 's-Heerenberg in die Gesellschaft Jesu ein und wurde am 27. August 1925 in Valkenburg zum Priester geweiht. Gleich nach dem Terziat kam er zur eigenen größten Überraschung als Superior nach Koblenz. Die Tätigkeit an der alten großen Jesuitenkirche machte ihm viel Freude. Aus den Predigten dort sind seine ersten schriftstellerischen Arbeiten hervorgegangen. Viele kleinere und größere Publikationen folgten. Seine beiden Hauptwerke 1963 und 1966 galten der dämonischen Besessenheit. Durch seine Beurteilung dieses Phänomens geriet er in ein zum Teil unqualifiziertes und turbulentes Kreuzfeuer der Kritik. Aber seine Loyalität dem kirchlichen Lehramt gegenüber, seine ausgeprägte Gabe, die Geister zu unterscheiden, seine jahrelangen Erfahrungen und sein fachliches Wissen stützten seine Kompetenz.

Seit 1957 war ihm auch die Herausgabe der "Mitteilungen aus den deutschen Provinzen" übertragen worden. Bis zum Schluß dieser Serie erschienen jährlich zwei Hefte, die für die Geschichte der deutschen Jesuiten von größtem Wert sind.

Außer dieser Tätigkeit nach außen war P. Rodewyk ein bewährter Hausoberer für die eigenen Mitbrüder. Wegen seiner hilfsbereiten, fürsorglichen und offenen Art wurde ihm häufig das Obernamt anvertraut. So kam er 1932 als Rektor an das Aloisiuskolleg nach Bad Godesberg und 1954 an das Hamburger Kolleg. 1938 leitete er die Niederlassung in Bonn und 1960 die Residenz in Frankfurt. Während seiner Amtszeit dort erfolgte die Übersiedlung vom Trutz zur Elsheimer Straße. 1939-1945 war er als Novizenmeister und Rektor der Barmherzigen Brüder in Trier tätig.

Nach seiner Amtszeit im Trutz lebte er noch fast 20 Jahre in Frankfurt, Sankt Georgen, wo er viele pastorale Dienste leistete und auch als Lektor für Latein und Hebräisch tätig war. Er gehörte zum charakteristischen Erscheinungsbild des Sankt Georgener Alltags. Erst mit über 90 Jahren siedelte er am 26. Mai 1987 nach Münster, Haus Sentmaring, wo er still und ergeben und in vornehmer Höflichkeit seine letzte Lebenszeit verbrachte bis zu seinem Hinübergang in die Ewigkeit am Morgen des 9. November 1989.

R. I. P.