Zum Gedenken an
P. Albert Sanders SJ
* 12. August 1900
8. Dezember 1972

Aufgewachsen in einem gläubigen Elternhaus führte ihn sein Weg über die Jungengemeinschaft Neudeutschland in das Noviziat der Gesellschaft Jesu nach s'Heerenberg. Nach Vollendung des gewöhnlichen Ausbildungsganges wurde P. Sanders am 27. 8. 1931 zum Priester geweiht.

Einige Jahre war er in der Jugenderziehung und in der Verwaltung in Godesberg tätig. Dann begann er in Köln, in der Strafanstalt Klingelpütz, die Arbeit, die er als schwere Belastung und zugleich als die schönste und fruchtbarste seines Lebens empfand. Tausenden von Gefangenen hat er von 1939-1948 beigestanden. 472 zum Tode Verurteilten hat er zur Zeit des Naziregimes auf den Tod vorbereitet und bis zur Hinrichtung durch das Fallbeil begleitet. Er erlebte dabei das ganze menschliche Elend angesichts eines brutalen Todes und zugleich echte menschliche Größe.

Von 1949 an übernahm P Sanders unter schwierigen Verhältnissen die Seelsorge der Rheinschiffer. Ausgangspunkt seiner Mission unter den Schiffern war das Kinderschifferheim in Duisburg-Ruhrort. 1953 hat er diese Arbeit abgegeben. Fortan war er in der Verwaltung verschiedener Häuser unserer Provinz tätig. Einige Jahre wirkte er auch als Exerzitienleiter in Osterreich. als geschätzter Beichtvater und als Minister in Wien-Lainz und Innsbruck.

1965 kam er nach Münster und arbeitete auch dort in der Gefangenenseelsorge. 1972 machte sich eine heimtückische Krankheit bemerkbar, gegen die es keine ärztliche Hilfe mehr gab. Sehr bald fand er sich mit seinem Zustand ab und ergab sich in den Willen Gottes. Am 8. Dezember 1972 gab er sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurück.

Er, der so vielen beigestanden hat beim Übergang zum ewigen Leben, möge nun seine Vollendung gefunden haben bei seinem Herrn, dem er sein Leben lang gedient hat.