P. Ulrich Schaefer SJ
geboren am 28. Oktober 1915 in Godesberg
in den Orden eingetreten am 30. April 1935 in 's-Heerenberg
gestorben am 26. August 1999 in Münster

"Es komme über uns die Güte des Herrn, unseres Gottes."
Psalm 90,17a

Dieses Wort aus dem Antwortpsalm zur Lesung am Donnerstag der 21. Woche im Jahreskreis - seinem Todestag - hat sich nun erfüllt. Die Güte Gottes, die Ulrich Schaefer immer wieder in seinem Leben erfahren hat, führte ihn am Abend des 26. August 1999 aus den leidvollen Erfahrungen seiner Krankheit in die Vaterarme Gottes.

Ulrich wurde am 28. Oktober 1915 als Sohn des Bankbeamten Hermann-Josef Schaefer und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Schmickler, in Godesberg geboren. Nach dem Abitur am Aloisiuskolleg trat er trotz der negativen Erlebnisse mit dem Nationalsozialismus kirchlichen Einrichtungen gegenüber am 30. April 1935 in 's-Heerenberg ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Im August 1936 mußte das Noviziat wegen Devisenschwierigkeiten nach Hochelten verlegt werden. Unterbrochen durch den Reichsarbeitsdienst und den aktiven Wehrdienst, der ihn u. a. nach Frankreich und Rußland führte, konnte er 1941 in Pullach bei München das Philosophiestudium beenden und 1942 in St. Georgen (Frankfurt/Main) die Theologie beginnen. Bedingt durch die politisch unsichere Lage, empfing er am 9. November 1942 in Mainz die Priesterweihe und war dann von 1943 bis 1945 als Kaplan in Darmstadt eingesetzt. Im November 1945 konnte er das Theologiestudium in Büren fortsetzen. Nach dem Punkteexamen in St. Georgen wurde er für ein Jahr Sekretär der Hochschule und schloß 1951 mit dem Terziat in Münster die Ausbildungszeit ab.

Für etwa ein Jahr half er in Eringerfeld dem Novizenmeister als Socius bei der Formung der Novizen. Ab Dezember 1952 finden wir ihn als Spiritual bei den Philosophiestudenten in St. Georgen, bis er im September 1955 als Socius des Provinzials nach Köln geholt wurde. Knapp sieben Jahre arbeitete er in dieser Funktion und erwarb sich einen guten Einblick in das Leben der Provinz. Fünf Jahre wirkte er als Minister und Seelsorger in Bremen, bis er 1967 Präfekt am Brüderkrankenhaus in Trier und 1979 Seelsorger an der Universitätsklinik in Göttingen wurde. Sechsundzwanzig Jahre stand er im Dienst vor allem an kranken Menschen und wurde selbst durch diese Tätigkeit geprägt und bereichert. Ab September 1993 half er hauptsächlich in der Beichtseelsorge in Koblenz.

Seine fortschreitende Erkrankung machte am 8. September 1997 seine Umsiedlung ins Pflegeheim in Münster notwendig. Die Güte des Herrn zeigte sich u. a. darin, daß er rasch vergaß; so wurde beinahe jede Begegnung zum Neuheitserlebnis. Er war in seiner Art glücklich. Seit seine unermüdliche und kräftige Stimme endgültig verklang, ist es in unserem Haus sehr still geworden.