P. Ernst Schellhoff SJ
geboren am 31. März 1914 in Iserlohn
Ordenseintritt am 26. April 1933 in 's-Heerenberg
gestorben am 14. Oktober 2001 in Münster

"Dankt für alles,
denn das will Gott von euch,
die ihr Christus Jesus gehört."
(1 Thess 5,18)

Ernst Schellhoff wurde am 31. März 1914 im sauerländischen Iserlohn geboren. Beim Patron seiner Heimatpfarrei St. Aloysius traf er zum ersten Mal auf die Jesuiten. Die zweite Begegnung folgte im Bund Neudeutschland. Am 26. April 1933 trat er in das Noviziat des Ordens in 's-Heerenberg in Holland ein. Nach den ersten Gelübden studierte er Philosophie im Berchmanskolleg in Pullach bei München.

Anschließend kehrte er zum Theologiestudium nach Holland zurück, wo der Orden nach der Vertreibung durch Bismarck seine Studienhäuser eingerichtet hatte. 1941 kam die Einberufung zum Militär, die schon nach einigen Monaten ihr Ende fand. Ernst wurde am 19. März 1942 im Limburger Dom zum Priester geweiht und sofort in der Frankfurter Pfarrei St. Ignatius als Kaplan eingesetzt. 1946-1948 schloß er seine theologischen Studien ab, die durch den Krieg unterbrochen wurden.

Von nun an gliedert sich sein Leben in drei große Abschnitte, die er mit seiner ganzen Kraft ausfüllte. Die Lebendigkeit, den Unternehmungsgeist, die Nüchternheit, vor allem das Herz des Sauerländers brachte er mit, und seine Aufgeschlossenheit und Belesenheit machten ihn beliebt.

Zunächst kam er zu den Volksmissionaren, die in zweiwöchigen Predigten und langen Beichtzeiten in den Gemeinden arbeiteten. Von der Saar bis zum Münsterland, von Frankfurt bis Hannover konnte er aus vielen Gemeinden berichten.

1966 wurde P. Schellhoff in eine andere Arbeit gerufen. Als Prokurator der Jesuitenmission in Japan warb er unermüdlich in Schrift und Wort um Unterstützung für seine Mitbrüder, war ihnen in der Heimat ein verläßlicher Partner, den sie auch gern aufsuchten. Ein großer Freundeskreis, den er aufgebaut hatte, gab ihm in dieser Arbeit kräftigen Rückhalt.

1986 erreichte ihn die dritte Aufgabe, wieder waren Organisationstalent, Herzensgüte und viel Einsatz gefordert. Der Seligsprechungsprozeß für P. Wilhelm Eberschweiler mußte weitergeführt werden, und im Eberschweiler-Bund warteten viele leidgeprüfte Menschen auf einen verständnisvollen Seelsorger. P. Schellhoff nahm sich ihrer an.

Nach vierzehn Jahren sagte der Orden: nun ist es genug, und als 86jähriger bezog er sein Zimmer im Seniorenheim in Münster, zu Anfang keineswegs einverstanden mit dieser Entscheidung, doch im Laufe der Monate wurde er dann auch hier der bekannte frohe und lebendige Mitbruder, der die Kommunität aufmunterte. So war ihm am Ende des Lebens noch etwas Muße in voller geistiger Frische vergönnt. Am Sonntag, dem 14. Oktober, hat ihn der Herr ganz plötzlich nach einem Schlaganfall heimgerufen.