Bruder Heinrich Schulte SJ
geboren am 3. Juni 1907 in Letmathe in Westfalen
Ordenseintritt am 16. Dezember 1932 in s'Heerenberg/NL
gestorben am 15. Februar 1996 in Münster

Ich habe ihn als einen Mann nach meinem Herzen gefunden.
(Apg 13,22)

Seine Familie mit den vier Geschwistern und seine Geburtsheimat Letmathe, ihre gläubige und zuverlässige Atmosphäre, hat ihn geprägt: Unser Bruder Heinrich war das Idealbild eines Sauerländers. In der Gläubigkeit unverbogen und unbeirrbar, fromm und zuverlässig, solide in seinen Diensten. Aber er wußte auch Wege zu den Menschen zu finden, und es fanden sich immer Freunde um ihn herum. Allerdings wußte er auch seine Freunde auszusuchen. Im Gesellenverein Adolf Kolpings fand er gleichgesinnte junge Männer, die wohl auch durch Sorgen um Arbeit in der krisengeschüttelten Welt der 20er und 30er Jahre verbunden waren, die jedoch auch gemeinsam feiern konnten, letztlich aber im festen Bekenntnis ihres Glaubens standen.

Nach Beendigung seiner Lehre als Maschinenschlosser und Dreher mußte er häufig genug seine Arbeitgeber wechseln, es gab nicht genug Verdienstmöglichkeiten. 1929 ging er mit einem Freund auf Wanderschaft, rheinaufwärts, durch den Schwarzwald, das Allgäu bis nach München. Dort fand er glücklich Arbeit und Heimat beim Gesellenverein. Dort wurde er mit den Jesuiten bekannt. P. Haups war sein Präses. P. Rupert Mayer traf er in einer gegen die SJ gerichteten Versammlung Ludendorffs, die er zusammen mit anderen Kolpingfreunden sprengen konnte. So fand er den Weg zur konsequenten Hingabe als Ordensmann in der Gesellschaft Jesu.

Am 16. Juni 1932 begann mit dem halbjährigen Postulat seine Laufbahn im Orden. Als er mit ca. 50 anderen Jesuiten durch die Gestapo aus dem Ignatiuskolleg in Valkenburg/NL vertrieben wurde, kam noch eine Einberufung als Landesschütze zur Wehrmacht. Bereits im folgenden Jahr wurde er entlassen, wie viele seiner Mitbrüder, Jesuiten wollte Hitler nicht. Seine Berufslaufbahn als Schlosser und Elektriker ging über Frankfurt nach Büren am Rande des Sauerlands. Man konnte es ihm anmerken, daß er sich da zu Hause fühlte. Bis 1984 verblieb er dort, stützte den Kirchenchor und liebte es, mit den Freunden vom Sauerländischen Gebirgsverein zu wandern. Die Auszeichnung mit der Silbernen Ehrennadel hat er sich durch seine Fröhlichkeit, sein geselliges Wesen, die Kameradschaftlichkeit und Begeisterung fürs Wandern verdient. Für beide Seiten war der Abschied des "letzten Bürener Jesuiten" traurig.

Mit 77 Jahren begann an neuer Arbeitsstelle in Bad Godesberg sein Dienst, der zehn Jahre dauern sollte. 1994 fand er zur Ruhe in Haus Sentmaring, hier hat der Herr ihn in sein Herz geschlossen.