Bruder Hubert Schulten SJ
geboren am 10. Mai 1903 in Mettmann
in den Orden eingetreten am 19. Oktober 1928 in 's-Heerenberg
gestorben am 1. Oktober 1999 in Münster

"Maria wird auch bei mir sein, wenn Gott mich zu sich heimruft."
Aus dem Lebenslauf

Am Beginn des Rosenkranzmonats, morgens kurz vor acht Uhr, hat Maria unseren Bruder in die ewige Heimat geleitet. Ein klares, in sich gefestigtes Ordensleben hat seine Vollendung gefunden.

Zwar war Hubert Schulten schon 25 Jahre alt, als er 1928 Novize der Gesellschaft Jesu wurde, aber seine innere Berufung erreichte ihn schon in der Zeit seiner Mitarbeit auf dem väterlichen Hof. Gern erzählte er von diesen jungen Jahren, da er in der heimatlichen Pfarrei St. Lambertus einer Jugendgruppe vorstand. Pfarrer Jörissen habe ihm als geistlicher Freund den Weg gebahnt.

Wir lesen im "Lebenslauf": "Vaters Wunsch, daß ich den Hof weiterführen sollte, konnte ich nicht erfüllen. Schon in jungen Jahren erfüllte mich der Wunsch, Priester oder Ordensbruder zu werden. Ersteres Ziel war finanziell nicht erreichbar. Auf meine Bitte stimmte Vater meinem Eintritt zu. Erst lange Jahre später erkannte ich, wie schwer ihm das geworden ist."

Menschlich gesehen war sein Schicksal im Orden, aber auch seine Freude die Gärtneraufgabe. Noch als Endachtziger stieg er auf die Leiter, um Äpfel zu pflücken, und sein letztes Gartenstück hat er mit 94 umgegraben. Ein wenig Bedauern, daß er durch die Erkrankung Br. Hillebrands gehindert war, die Gartenmeisterausbildung zu erhalten. Aber er gehörte auch zu jenen Brüdern, die aufgrund ihrer soliden männlichen Frömmigkeit dazu berufen wurden, den Novizen und jüngeren Mitbrüdern das Leben als Ordensmann zu konkretisieren. Fast das ganze Leben hat er so in Verbindung mit dem Noviziat gearbeitet, davon acht Jahre bis zur Einberufung zum Kriegsdienst als "Manuductor", d. i. "Geleiter der Neulinge.

Im hohen Alter hatte er den Kummer, infolge eines Schlaganfalls seine Sehkraft einzubüßen. Er trug es mit Fassung. Am ersten Oktobermorgen, als die Mitbrüder sich zur Feier der heiligen Messe zusammenfanden, hat er ganz still seine Augen geschlossen.