P. Wilhelm Schunk SJ
geboren am 31. Mai 1915 in Trier
in den Orden eingetreten am 26 April 1935 in 's-Heerenberg
gestorben am 25. Mai 1999 in Münster

Wer geduldig alles ertragen hat, den preisen wir glücklich.
(Jakobus 5,11)

Das Besondere seines Heimgangs zu Gott lag für P. Schunk darin, daß er ihn wissend und bewußt vollbracht hat. So wurde er zu seinem Lebensopfer.

Als fünftes von acht Kindern wurde er in Trier geboren. Zu der Zeit war sein Vater Soldat im Ersten Weltkrieg und die Mutter hatte die Leitung der väterlichen Metzgerei in Händen. Sie ermöglichte ihm auch die gymnasiale Bildung, und er fand den Weg in die traditionsreiche Marianische Jünglingskongregation "Mariae Himmelfahrt" von 1617, damals von den Jesuitenpatres Wildt und ab 1933 Pater Paul Peus geprägt. Hier wurde er immun gegen den Nationalsozialismus und trat nach dem Abitur entschlossen in den Jesuitenorden ein. Als Novize wurde er zum Reichsarbeitsdienst einberufen, als Philosoph kam er unter die Waffen und nahm am Westfeldzug teil. Im Studienurlaub 1940/41 bestand er das philosophische Schlußexamen und kam dann zum Einsatz im Osten. Wie fast alle Mitbrüder seines Alters wurde er wegen der Zugehörigkeit zur Gesellschaft Jesu aus der Wehrmacht entlassen und konnte unverhofft das Theologiestudium aufnehmen.

Um die jungen Theologen gegen einen weiteren Zugriff des Staates abzusichern, erhielten sie mit Sondererlaubnissen bereits nach zwei Semestern die Priesterweihe und wurden in Pfarreien des Bistums Mainz als Priester eingesetzt. So begann eine Zeit schönster seelsorglicher Erfahrungen. Den Abschluß der Studien brachte ein dreijähriger Aufenthalt in Büren.

P. Schunk hatte ein besonderes Charisma für den Umgang mit Menschen. Die Hunderte Kurse mit Jugendlichen und besonders die Zeit als Krankenhausseelsorger waren und sind Zeugen einer selbstvergessenen Menschenfreundlichkeit. Er konnte zuhören, mitfühlen und sich einlassen und hat auch bis zum Vorabend seines Heimgangs ganz bewußt sein Sterben bereitet.