Bruder August Spieker SJ
1900 - 1989

Br. Spieker wurde am 12. März 1900 in Mettingen als siebentes von zwölf Kindern geboren. Von den fünf Mädchen sind zwei als Ordensschwestern im Krankendienst tätig gewesen. Sein Bruder Josef starb als Jesuitenpater in Düsseldorf. Nach seiner Schulausbildung war er sein ganzes Leben lang als Gärtner und Gartengestalter tätig. Beide Weltkriege überstand er als Soldat (ab 1917 und ab 1942) ohne ernste Verwundung.

Am 12. November 1919 trat er als Ordensbruder in die Gesellschaft Jesu ein und krönte seine Gartenarbeit mit der Meisterprüfung. Etwa zehn Jahre wirkte er im Noviziatshaus zu 's-Heerenberg; danach etwa 40 Jahre in Haus Sentmaring zu Münster und dann etwa 20 Jahre in unserer Niederlassung auf dem Eltenberg bei Emmerich am Niederrhein. So verlief sein Leben gradlinig wie selten, selbständig und verantwortlich.

Als im Jahre 1988 seine körperlichen Beschwerden zunahmen, wurde er am 13. Oktober in unser ordenseigenes Pflegeheim nach Münster gebracht. Vom Fenster seines Zimmers aus konnte er einen Teil der Bäume sehen und bewundern, die er selbst gepflanzt hatte. Er starb im Krankenhaus der Missionsschwestern in MS-Hiltrup infolge einer Lungenentzündung am 30. Mai 1989, morgens gegen 8.30 Uhr, gestärkt durch die Krankensalbung. "Unermüdliche Schaffenskraft, Verwurzelung im Glauben der Kirche und Treue zum Orden bestimmten sein Leben." (Todesanzeige)

Seit Jahren war er in freien Abendstunden mit Memoiren befaßt. Leider sind sie unvollendet geblieben. Als tragenden Gedanken dazu hatte er sich ein wenig bekanntes Wort des russischen Schriftstellers Feodor M. Dostojewski ( 1881 in Petersburg) zurechtgelegt: "Liebet die ganze Schöpfung Gottes! Sowohl den ganzen Erdball, wie auch das kleinste Sandkorn. Jedes Blättchen liebet und jeden Sonnenstrahl! Liebet alle Dinge! Wenn ihr das tut, so werden sich euch in ihnen die Geheimnisse Gottes offenbaren. Und wenn das geschieht, so werdet ihr Ihn selbst von Tag zu Tag mehr erkennen. Und schließlich werdet ihr Ihn und die ganze Welt in einer einzigen großen Liebe umfassen." Diese Gedanken erfüllten den Reichtum seiner Seele. Das Verständnis dafür verdankte er nicht zuletzt seinem großen Gärtnermeister und vorbildlichen Ordensmann, Br. Anton Hillebrand SJ (1853 - 1940), der ihm Wissen und Weisheit vermittelte.

In einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1969 schreibt Br. Spieker: "Mir war Haus Sentmaring Heimat, Aufgabe und Geborgenheit."