P. Willie Bernardus Steenbeke SJ
* 17. Juni 1911
17. Februar 1981

Ich habe den guten Kampf gekämpft,
den Lauf vollendet,
die Treue gehalten.
2 Tim 4,7

P. Steenbeke wurde am 17. Juni 1911 in Enschede (Niederlande) als jüngster von drei Brüdern geboren. Nach Abschluß seiner Schulausbildung entschloß er sich, Lehrer zu werden. Gott wollte ihm aber mehr schenken und rief ihn in seine Nachfolge. Wie P. Steenbeke erzählte, erkannte er beim Besuch eines Marienwallfahrtsortes den Ruf des Herrn, Priester zu werden. 1936, im Alter von 25 Jahren, begann er sein Noviziat in der niederländischen Provinz der Gesellschaft Jesu. Seine Mutter, die seiner Berufung zum Ordensstand und Priestertum zunächst skeptisch gegenüberstand, soll später gesagt haben: "Ein Priester ist mehr, als eine Kirche zu bauen." Am 22. August 1945 wurde er in Maastricht zum Priester geweiht.

Nach Abschluß seiner Ausbildung übernahm P. Steenbeke verschiedene Aufgaben im Bereich der niederländischen Provinz. Unter ihnen scheint seine Tätigkeit im Exerzitienhaus in Spaubeek für ihn eine herausragende Bedeutung gehabt zu haben. Da seine Mutter aus Schöppingen stammte, hatte er von Jugend an vielfache Verbindungen nach Deutschland. Diese Tatsache mag ihn neben anderem dazu bewogen haben, im Jahre 1967 durch die Vermittlung seines Vetters, P. Friedrich Vorspel SJ, eine Stelle als Hausgeistlicher im Malteser-Kinderheim in Flensburg zu übernehmen.

Im Jahre 1969 übersiedelte er nach Gut Hange bei Freren an die Fachschule Ländliche Hauswirtschaft und Dorfhelferinnenschule, die von Thuiner Franziskanerinnen geleitet wird. Hier entfaltete er eine vielfältige und segensreiche Tätigkeit durch Erteilen von Religionsunterricht, musikalische Gestaltung der Gottesdienste und mannigfache persönliche Kontakte. Besonders geschätzt wurden seine täglichen Einführungen am Beginn der Meßfeier, auf die er sich sorgfältig vorbereitete. Zuweilen mag seine Eigenart auf den einen oder anderen befremdend gewirkt haben, im Grunde überzeugte er durch seine Gradlinigkeit und Treue. P. Steenbeke liebte und lebte seinen Beruf als Ordensmann und Priester in schlichter Selbstverständlichkeit und Gewissenhaftigkeit.

Grundehrlich wie sein Leben gestaltete sich auch sein Sterben. Als er die ersten Anzeichen seiner Todeskrankheit wahrnahm, stellte er sich nüchtern dieser Tatsache und bereitete sich mit der ihm eigenen Sorgfalt auf seinen Heimgang vor. Er stand vor einer Operation. Bevor es jedoch dazu kam, überraschte ihn ein Herzinfarkt und setzte seinem Leben' in den Abendstunden des 17. Februar 1981 ein rasches, friedvolles Ende. Seinem ausdrücklichen Wunsch entsprechend fand er seine letzte Ruhestätte auf dem ordenseigenen Friedhof von Haus Sentmaring in Münster.