Pater Josef Steffens SJ
geboren am 29. Oktober 1930 in Saarburg
Ordenseintritt am 13. September 1951 in Eringerfeld
gestorben am 15. Februar 2000 in Wesel

Josef Steffens wurde am 29. Oktober 1930 als drittes von insgesamt acht Kindern in Saarburg bei Trier geboren. Er erlebte mit seiner Familie den Aufstieg und das verheerende Ende des Dritten Reiches; häufige Umzüge, Evakuierung und Schulwechsel waren die Folge. Nach dem Abitur trat er am 13. September 1951 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in Eringerfeld/Westfalen ein. Anschließend studierte er in Tisis bei Feldkirch klassische Sprachen. Es schloß sich dann das ordensübliche Philosophiestudium in Pullach bei München an, wo er seine große Neigung und Freude an der Philosophie entdeckte. Gerne wäre er auch auf dieser Spur geblieben. 1957 bis 1959 wirkte er als Erzieher in dem Gymnasium der Jesuiten in Büren. Theologie studierte er in Frankfurt/St. Georgen mit dem Abschluß des Lizentiates. Am 4. September 1962 wurde er im Dom zu Frankfurt durch Bischof Wilhelm Kempf zum Priester geweiht. Sein Primizspruch bezeichnete das Verständnis seines Lebens und seiner Sendung: "In die Arbeit des Dienstes, zum Aufbau des Leibes Christi" (Eph 4,12). Bis zuletzt ist er diesem Weg treu geblieben. Ein weiteres Jahr widmete er sich noch pastoralen Studien in Münster/Westf. 1964 wurde er als Männerseelsorger nach Frankfurt berufen. In dieser Zeit war er ständiger Mitarbeiter der Zeitschriften "Mann in der Kirche" und "Mann in der Zeit".

Mit Beginn des Schuljahres 1968/69 wurde er als Religionslehrer an die St.-Ansgar-Schule in Hamburg versetzt. Durch seine Fröhlichkeit und profunden Kenntnisse in Philosophie und Theologie erwarb er sich Achtung bei Lehrern und Schülern. Elf Jahre später wurde ihm die Leitung der St.-Michael-Gemeinde in Göttingen übertragen. Mit großem Engagement begleitete er den Neubau des Pfarrzentrums und die Renovierung der Kirche. Ab 1986 übernahm er die "Offene Tür" in Hamburg. Nach einer schwierigen Zeit mußte er als Pfarrer in Westerland/Sylt einspringen. In dem Jahr als Inselpastor hat er die Liebe und Hochachtung vieler Pfarrangehöriger und Kurgäste erworben. Dort fühlte er sich sehr wohl, und immer wieder zog es ihn dort hin. Eine kurze Zwischenzeit verbrachte er noch als Krankenhausseelsorger in Hamburg, bis er in Dresden 1992 eine neue herausfordernde Tätigkeit als Krankenhausseelsorger übernahm. Die Wiedervereinigung Deutschlands machte diesen ungewöhnlichen Schritt möglich. Zu Anfang mußte er sehr schmerzhaft erkennen, welche Spuren das atheistische System bei den Menschen hinterlassen hatte. Trotzdem besuchte er unermüdlich Kranke und Sterbende. Auch wenn er Ablehnung bei manchen Patienten erlebte, fragte er sie freundlich: "Darf ich denn für Sie beten?" Und dieser Frage haben nur wenige widerstehen können. Mit Klarheit und Großzügigkeit diente er - wie vorher schon - den Mitbrüdern als Minister. 1998 mußte er erfahren, daß ihn ein heimtückischer Krebs befallen hatte. Mit allem Mut kämpfte er um eine Rückkehr nach Dresden, bis er seinen letzten Weg antreten mußte. Trotz großer äußerer Entfernung haben wir tröstlich erleben dürfen, wie Josef sich freute, mit seinen Geschwistern und seinen Mitbrüdern in der herzlichen Liebe des dreifaltigen Gottes verbunden zu sein.

R. I. P.