Pater Alois Stein SJ
geboren am 18. März 1910 in Weiler/Eifel
Ordenseintritt am 17. April 1929 in 's-Heerenberg
gestorben am 4. April 2000 in Münster

"Alles tun wir euretwegen,
damit immer mehr Menschen
aufgrund der überreich gewordenen Gnade
den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre."
2 Kor 4,15

Gott schenkte der Lehrerfamilie Stein sieben Söhne und vier Töchter. Die Brüder Bernhard und Alois wurden Priester, Bernhard später Bischof von Trier.

Nach seinem Abitur am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier 1929 mußte Alois sich über die holländische Grenze begeben, um seinem Wunsche entsprechend Jesuit zu werden. Seit der Vertreibung des Ordens aus Deutschland durch den Bismarckschen Kulturkampf gab es noch keine Ausbildungsstätte diesseits der Grenzen. Solcherlei Schwierigkeiten führten auch dazu, daß er zusammen mit einigen jungen Jesuiten nach Südamerika beordert wurde und in Sao Leopoldo/Brasilien Theologie studierte. In Porto Alegre erhielt er am 26. Juli 1939 die Priesterweihe.

Für den jungen Priester Alois gab es Hochs und Tiefs in der Brasilien-Zeit. Schön die Akzeptanz in den deutschsprachigen Gemeinden, besonders die Einrichtung einer Villa für die Unsrigen, bitter die immer wiederkehrende Augenkrankheit mit zeitweiliger Erblindung. Ein Sanatoriumsaufenthalt in Davos 1947 und 1948 brachte eine Pause in den Augenblutungen bis 1972. So fiel in diese Zeit seine umfangreiche seelsorgerische Tätigkeit: 1950 Gründung der Jugend-MC "Stella Matutina" in Hannover, Rekollektionen und Exerzitienleitung, Superior in Hannover, Rektor des Aloisiuskollegs in Bonn-Bad Godesberg, Tertiatsinstruktor in Münster, schließlich Superior in Trier. Dort kam es zu einer erneuten Augenoperation und Ende der 80er Jahre machte die Trübung der Augenlinsen weitere Operationen erforderlich. 1972 wechselte er als Superior nach Bonn, wo er auch nach Amtsablauf verblieb und für Priester, Ordensschwestern und Laien weiter gesuchter Seelsorger war, bis er mit Auflösung der dortigen Residenz nach Münster kam. In Haus Sentmaring konnte ihm die Hilfe geleistet werden, die ihm das Älterwerden leichter machte. Schließlich waren es einige banale Durchblutungsstörungen zusammen mit akuter Lungenentzündung, denen er erlag. Seine bestimmt zupackende Art seelsorglicher Menschenführung sichert ihm ein dankbares Gedenken in der Gewißheit, daß er das Ziel erreicht hat, zu dem er so vielen Menschen Weg gewiesen hat.