Bruder Franz Swiderek SJ
geboren am 3. Juni 1907 in Gembitz/Schneidemühl
Ordenseintritt am 5. Oktober 1950 in Eringerfeld
gestorben am 5. Juni 1996 in Münster

Hört nicht auf, zu beten und zu flehen!
Betet jederzeit im Geist!
(Eph 6,18)

Am Festtage des hl. Bonifatius, des Apostels der Deutschen, ist Bruder Swiderek in die ewige Heimat eingegangen. Wir bereiteten uns auf die hl. Messe um 7.30 Uhr vor, in der wir des Tages gedachten, an dem vor 450 Jahren die ersten Brüder als Coadjutores temporales in die Gesellschaft Jesu aufgenommen werden konnten. Franz Swiderek ist uns nicht nur ein "Helfer in zeitlichen Dingen" gewesen, ihm war das Mitwirken am Heil der Seelen wichtig, und zwar in der Weise, zu der er sich berufen sah. Dem diente auch die Niederschrift seines Lebensverlaufs, die das Format eines Buches bekommen hat und originell und interessant zu lesen ist. Vor allem aber war es sein Beten ohne Unterlaß, das sein Arbeiten begleitete und ihn immer wieder zum Tabernakel zog.

Als er mit 43 Jahren Jesuit wurde, hatte er ein bewegtes Leben hinter sich: Nach dem Ersten Weltkrieg kam seine Heimat in den polnischen Staatsverband. Obgleich er in dem sprachlich gemischten Posen ausschließlich die deutsche Muttersprache erlernt hatte, wußte er sich auch zu helfen, als er ins polnische Heer eingezogen wurde. Da er im orthopädischen Schuhmacher-Handwerk die Meisterprüfung abgelegt hatte, konnte er sich ganz gut durch alle Fährnisse im polnischen wie später im deutschen Militärdienst hindurchlavieren. Es ist verständlich, daß er dem inneren Ruf zum Religiösen erst spät folgen konnte. Nachdem er in Eringerfeld, Ascheberg, Münster und Essen treu und geschickt den Mitbrüdern als Schuhmacher und als Mann für alles gedient hatte, kam er am 1. Juni 1990 in unser Altenheim. Auch hier hat er sich einige Jahre im Park und auf den Wegen und Plätzen nützlich gemacht. Vor allem aber danken wir für sein beständiges Gebet, mit dem er sich und uns die Wege zu Gott bereitet hat.

Er möge ruhen in Frieden!