Bruder Wilhelm Syben SJ
geboren am 2. 7. 1910 in Köln
Ordenseintritt am 1. 3. 1938 in Hoch-Elten
gestorben am 14. 12. 1994 in Münster

"Jetzt sind wir Kinder Gottes ...
Wir wissen, daß wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird;
denn wir werden ihn sehen, wie er ist."
(1 Joh 3,2)

Als Br. Wilhelm Syben am 1. 9. 1937 nach Hoch-Elten ins Noviziat der Gesellschaft Jesu zog, hatte er bereits mehr als ein Jahrzehnt harter Arbeit und einige Jahre Berufserfahrung hinter sich. Geboren wurde er zwar am 2. 7. 1910 in Köln als ältester Sohn des Eisenbahnschaffners Heinrich Syben und seiner Ehefrau Margareta geb. Jungblut. Doch nachdem der Vater aus gesundheitlichen Gründen Frührentner geworden war, zog die Familie 1919 in dessen Heimat nach Ederen Krs. Jülich. Hier mußten die Kinder bei der Landwirtschaft und beim Hausbau helfen. Im Anschluß an die Lehre als Stellmacher arbeitete er etwa vier Jahre als Geselle im Nachbarort und dann ungefähr sechs Jahre in einem Bergwerk bei Aachen.

Nach dem Postulat begann er in Hoch-Elten am 1. 3. 1938 das Noviziat und legte im Mai 1940 die ersten Gelübde ab. Es folgte der Dienst bei der Wehrmacht. Hier gelangte er bis kurz vor Moskau. Am 28. 8. 1942 wurde er aufgrund des Führerbefehls entlassen. P. Provinzial Flosdorf versetzte ihn nach Frankfurt ins noch unzerstörte St. Georgen. Nach dessen Zerstörung begann nun die harte Aufbauarbeit. Am 15. 8. 1948 band sich Br. Syben durch die letzten Gelübde endgültig an die Gesellschaft Jesu.

Rein äußerlich betrachtet bestand sein Ordensleben in schlichter Handwerksarbeit. Etwa vierzig Jahre lang war das Schreinertrio Br. Gara / Br. Meier / Br. Syben damit beschäftigt, zu erhalten, zu reparieren und Neues zu schaffen. Präzisionsarbeit war dabei eine Selbstverständlichkeit. Doch im Innern war menschlich und religiös vieles gewachsen, auch wenn der stille und zurückhaltende Br. Syben kaum jemandem Einblick gab. Mehr als viele Worte verrät dies ein Satz aus seinen "Erinnerungen": "Auf Pfingsten 1980 heute habe ich die eine Hoffnung: Nachdem wir alle Türen und Fenster erneuert haben, bald selbst durch das dunkle Tor des Todes hindurch zu gehen, um nicht nur durchs Fenster den Herrn zu sehen."

Seine zunehmende Gebrechlichkeit bewog die Obern, ihn am 15. 2. 1993 ins Altenheim nach Münster zu versetzen. Nach kürzerer schwerer Krankheit gab er am 14. 12. 1994 sein Leben in die Hände des Schöpfers zurück. Wir dürfen nun mit ihm hoffen, daß er jetzt seinen Gott "sehen" darf, "wie er ist".