Bruder Paul Theis SJ
* 17 November 1911
25. März 1994

"Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach;
und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein"
(Joh 12,26)

In den Morgenstunden des Hochfestes VERKÜNDIGUNG DES HERRN gab Br. Paul Theis sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurück. Nach einer Operation am Vortag war er nicht mehr zu Bewußtsein gekommen. Begleitet durch die Gebete des Hausgeistlichen im Clemens-Hospital, P. Edilbert, verschied er friedlich, kurz bevor seine Mitbrüder eintrafen.

Br. Theis stammte aus Molzhain bei Betzdorf. Er war der älteste von zehn Geschwistern. Da sein Vater neben der Landwirtschaft im Steinbruch arbeitete, begann auch Paul sein Berufsleben mit dieser Tätigkeit. 1929 erlitt er bei einem Unfall Quetschungen am Fuß. Schon als jungem Burschen lag ihm die Jugend am Herzen. So wurde er Mitbegründer der DJK Molzhain und investierte viel Zeit in diese für ihn wichtige Aufgabe. Durch die Weltwirtschaftskrise lernte er Arbeitslosigkeit und Not kennen.

Bald begriff Paul Theis, daß das Leben, wie es die neuen Machthaber seit 1933 umzugestalten suchten - er hatte durch den Kasernenbau in Siegen wieder Arbeit gefunden -, nicht das höchste Ziel sein konnte. So wuchs in ihm der Gedanke an das Ordensleben. In der Sylversternacht 1935 glaubte er den Ruf zu spüren: "Nun komm doch!" So fuhr er in Begleitung seiner Schwester Thekla am 26. Oktober 1936 nach Hochelten ins Noviziat der Jesuiten. Hier war er neben der geistlichen Schulung durch den Novizenmeister, P. Flosdorf, als Koch, Maurer, Gärtner und Sakristan tätig. 1940/ 41 nahm er als Soldat am Rußlandfeldzug teil. Nach seiner Entlassung versorgte er die Mitbrüder in Saarlouis als Koch. Nach Kriegsende kam er nach St. Georgen (Frankfurt) um die Theologische Hochschule aufbauen zu helfen. Durch einen Arbeitsunfall wurde er Invalide (23. Oktober 1946). Am 15. August 1947 band er sich durch die letzten Gelübde endgültig an die Gesellschaft Jesu. Ein Jahr später siedelte er ins Noviziat nach Eringerfeld um. Hier betreute er die Wäschekammer. Er machte den Führerschein und war durch Versorgungsfahrten vielen eine große Hilfe. Als das Noviziat nach Ascheberg umzog, ging Br. Theis mit. Er kochte, betreute die Kapelle und war zu jeder Arbeit bereit, die er mit seiner Behinderung leisten konnte. Er blieb dem Noviziat auch treu, als dieses 1969 nach Münster verlegt wurde. Hier hat er seinen Lebensabend verbracht: still und bescheiden, freundlich und hilfsbereit; und immer noch an der Bügelmaschine tätig bis wenige Wochen vor seinem Tod.

In Dankbarkeit geleiten die Mitbrüder Br. Paul Theis zur letzten Ruhe.