P. Dieter Weishaar SJ
* 30. Mai 1922 in Aachen
2. März 1999 in Berlin

Geboren in Aachen, wurde Dieter Weishaar in seinem katholischen Glauben nach eigener Aussage entscheidend durch Elternhaus und die Zugehörigkeit zum Bund Neudeutschland geprägt. Nach humanistischem Abitur und Ableistung des Arbeitsdienstes trat er im September 1940 in Hochelten ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Krieg und Nachkriegsjahre prägten seine Ausbildungszeit: Noch als Novize wurde er zum Militär eingezogen, im Urlaub legte er seine Ordensgelübde ab. In seinem Philosophiestudium gehörte er in Pullach ab 1945 zum ersten Nachkriegskurs. Zum Studium der Theologie destinierten ihn seine Oberen zuerst nach Rom, nachdem er dort aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen mußte, studierte er von 1951 bis 1954 in Spanien weiter, wo er auch 1953 die Priesterweihe empfing.

Nach ersten Jahren der Seelsorge in Frankfurt und Göttingen fand er ab 1961 seine eigentliche Lebensaufgabe als Jugendseelsorger für den ND - der sich später in KSJ, Katholische Studierende Jugend, umbenannte - an unserem Kolleg in Hamburg, wo er auch Religion unterrichtete. 22 Jahre wirkte "Papa Basis", wie ihn die Jugendlichen liebevoll nannten, am Sankt Ansgar Kolleg, und auch von Hannover und Essen, seinen nächsten Seelsorgsstationen, hielt er vor allem zu den ehemaligen Schülern einen lebendigen persönlichen Kontakt, wie viele Fahrten zu Exerzitien, Trauungen und Taufen belegen.

1985 begann P. Weishaar in Essen als Diözesankaplan der KSJ, als Kaplan in der Nachbarpfarrei St. Engelbert und als Beichtvater im Dom seine letzte größere Lebensarbeit. Auch von seiner fortschreitenden Herzkrankheit - bereits 1984 mußte er sich einer Bypassoperation unterziehen - ließ er sich seinen seelsorgerlichen Radius kaum eingrenzen. Nicht seine Krankheit selbst, sondern die Erfahrung, nicht mehr so zu können, das ständige Abnehmen seiner Kräfte, wurde für ihn eine schwere Prüfung.

1988 kam für ihn nach mehreren Krankenhausaufenthalten die Zeit der Versetzung in unser Altenheim, die letzte große Prüfung und Herausforderung seines irdischen Lebens. Widerstand und Ergebung - er hat beides erlitten und gelebt, bis er in tiefem Glauben und in großer Dankbarkeit Gott, der - wie eines seiner letzten Worte lautete - auch auf krummen Straßen gerade führt, sein Leben zurückgab.