P. Karl Zander SJ
1903 - 1988

Als Schrifttext auf seinem Primizbild hatte P. Zander sich ein Wort des hl. Paulus aus dem 1. Korintherbrief gewählt: "Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes" (1 Kor 4,1). Dieses Wort hat er nach eigener Angabe als sein Lebensprogramm angesehen.

Geboren wurde P. Zander am 20. Juli 1903 in Bad Orb (Diözese Fulda) als Ältester von drei Geschwistern. Seine Jugendzeit verbrachte er in Frankfurt bis zu seinem Eintritt in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in 's-Heerenberg (Holland) am 13. September 1922. Seine Studienjahre im Orden (1924-1934) waren unterbrochen durch eine dreijährige mehr praktische Tätigkeit als Präfekt im Immaculata-Kolleg der österreichischen Ordensprovinz in Wien-Kalksburg.

Die Priesterweihe empfing er in Valkenburg (Holland) am 27. August 1933. Nach seinem Terziat 1934 in Münster, kam er als Subregens in die Priesterausbildung nach Frankfurt, Sankt Georgen, bis zu Kriegsbeginn das Haus durch die Militärbehörde beschlagnahmt wurde. Danach war er in verschiedenen Seelsorgsarbeiten eingesetzt in Dortmund und in Hamburg. In Mecklenburg war er beauftragt mit der Seelsorge für Evakuierte und Flüchtlinge aus dem Osten. Nach dem Krieg übernahm er 1946 erneut das Subregentenamt in Sankt Georgen und 1949 die Lehrerseelsorge in Essen.

Am 4. Januar 1952 siedelte er nach Trier über, zunächst als Hausgeistlicher ins Mutterhaus der Barmherzigen Brüder. Anschließend war er 27 Jahre lang im Dienste der Diözese Trier als Spiritual im Bischöflichen Priesterseminar tätig.

Trotz seiner seit 1944 infolge eines Lungenemphysems geschwächten Gesundheit, hat P. Zander eine ganze Generation von Theologen im Bistum Trier begleitet und viele spirituelle Anregungen gegeben. Besonders geschätzt und gefragt war sein sicheres und verläßliches Urteil in Berufsfragen und bei anderen persönlichen Problemen. Die Zeit in Trier bildet das eigentliche Kernstück seiner seelsorglichen Bemühungen.

Ein schwerer Herzinfarkt im August 1982 und häufiger werdende chronische Asthmabeschwerden machten eine Übersiedlung nach Münster, Haus Sentmaring, erforderlich. Diese Loslösung von seiner liebgewordenen Arbeit war für ihn sehr schmerzlich. Noch volle 6 Jahre lebte er im ordenseigenen Pflegeheim still und zurückgezogen. Am 4. November 1988, an seinem Namensfest Karl Borromäus, entschlief er am frühen Abend ohne Todeskampf.