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Otto Betz

Brückenschlag der Mystik

Mechthild von Magdeburg und Rumi von Konya

 

Zugang zum deutschen Text in Geist und Leben, 5/2009 S. 358-372

 

    Auf den ersten Blick möchte man meinen, die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein. Dschelaladdin Rumi wurde am 3o. September 1207 in Balch im nördlichen Afghanistan geboren. Sein Vater war ein Gelehrter und Theologe, fest im Islam verankert; der Koran steht im Mittelpunkt seines Glaubenslebens, die Pilgerfahrt nach Mekka, die Einhaltung des Ramadan. Auch Mechthild ist im gleichen Jahr i2o7 geboren, in der Nähe von Magdeburg. Sie stammt aus ritterlichem Geschlecht, tritt in jungen Jahren in eine Gemeinschaft der Beginen ein, bleibt einen Großteil ihres Lebens in Magdeburg, um dann - schon hochbetagt - ins Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben überzusiedeln. Der christliche Glaube und die kirchliche Praxis haben einen ähnlichen Stellenwert für sie wie der Islam im Leben Rumis. Mit Sicherheit haben sie nie voneinander gehört.
         Otto Betz, Prof. Dr., geb. 1927, Studium der Philosophie und Theologie, Germanistik und Pädagogik. 1964-1985 Professor für allgemeine Erziehungswissenschaft und Pädagogik an der Universität Hamburg. Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und Anthologien zu Themen der Spiritualität, Literatur, Anthropologie und Religionspädagogik.

 

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