George Gispert-SauchSpiritualität des Hinduismus und des Christentums
Geist und Leben, 5/2010, S. 361-377
Die Beziehungen zwischen den Anhängern vieler Weltreligionen und auch kleineren religiösen Traditionen und den christlichen Gläubigen sind in ein Stadium jenseits einer Konfrontation, einer Begegnung und eines komparativen Dialogs eingetreten, hin zu dem gemeinsamen Streben, die eigene Spiritualität miteinander zu teilen. Tatsächlich mag dies der Eintritt in einen authentischen Dialog sein. Was häufig für Dialog gehalten wird, ist nichts anderes als ein 'Duo- log' oder ein 'Poly-log', wo zwei oder mehr 'Worte' zwischen zwei verschiedenen Traditionen ausgetauscht werden, in der Hoffnung, dass jeder 'Logos' vom anderen verstanden wird und vielleicht aufgenommen wird, unbeschadet davon, ob er einen geistigen Einfluss auf ihn hat oder nicht. Etymologisch gesehen impliziert 'Dialog' nicht viele Worte, sondern ein Wort, das 'durch' (dia) die Gesprächspartner hindurch geht und sich in ihr Herz einnistet, dort, wo es eine spirituelle Transformation anstößt und zu einer Erfahrung der Zusammengehörigkeit führt. Es gibt eine implizite Forderung von Gegenseitigkeit in der Idee des wahren Dialogs. Natürlich sind viele Worte und andere Zeichen in diese Übung miteinbezogen, aber im Wesentlichen sind sie alle dazu bestimmt, ein gemeinsames Wort zu schaffen, das die Teilnehmer im Dialog eint und adelt.
Prof. em. für Indologie und Systematische Theologie Anschrift: Vidyajyoti College of Theology 4-R, Raj Niwas Marg Delhi, India 110054 gispertsauch@gmail.com
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