Alberto da Silva MoreiraSpiritualität und KonfliktErfahrungen der Befreiungstheologie
Zugang zum deutschen Text: Geist und Leben, 2/2011, S. 172-185
Die heutige religiöse Landschaft könnte in einigen europäischen Kontexten wie Deutschland und Frankreich folgendermaßen beschrieben werden: Spiritualität ja, Kirche nein. Studien und Forschungsprojekte zeigen,1 dass Kirchenaustritte oder der Rückgang der Kirchenbesucher nicht unbedingt mit dem Verlust von religiösen Werten oder dem schwindenden Interesse an Spiritualität gleichzusetzen sind. Religiöse Erfahrung folgt heute anscheinend einer Tendenz zur Individualisierung und Privatisierung, zur Vielfalt und Multikulturalität, sie wird zunehmend reflexiv. Manche Funktionen von Religion werden von anderen gesellschaftlichen Instanzen übernommen; es findet eine Verlagerung des Religiösen und interne Transformation dessen statt, was überhaupt als Religion verstanden werden soll. Wir wollen uns aber nicht mit postmodernen religiösen Angeboten oder mit dem Geist des Kapitalismus beschäftigen, obwohl sich daraus ganz wichtige Fragestellungen ergeben; unser eigentliches Thema bildet die Spiritualität im politischen Konflikt
geb. 1955 / verh. / Dr. theol. Prof. für Religionswissenschaft an der kath. Univ. Goiania Theologie, Politik
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