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7. August 1635 - Friedrich Spee von Langenfeld
in Trier

Er stammte aus Kaiserswerth. Dort wurde er am 25. Februar 1591 geboren. Er besuchte das Dreikönigsgymnasium in Köln und trat am 22. Februar 1610 zu Trier in den Jesuitenorden ein. Während seiner theologischen Studien in Mainz wurde er 1622 zum Priester geweiht.

Bedingt durch den 30-jährigen Krieg, hatte er bewegte Jahre vor sich. In Paderborn dozierte er Philosophie, dann in Köln. Während seiner Missionstätigkeit in der Diaspora im Raum Peine wurde er am 20. April 1629 von Häretikern überfallen und schwer verwundet. Nur mühsam konnte er sich davon nach Monaten erholen und 1630 eine Professur für Moraltheologie in Paderborn übernehmen. 1632 übernahm er den gleichen Lehrstuhl in Trier. Im Dienste der pestkranken Soldaten entfaltete sich seine heroische Nächstenliebe. Er infizierte sich und starb am 7. August 1635 im Alter von 44 Jahren.

Er wurde in der Krypta der Jesuitenkirche in Trier beigesetzt, in der nach ihm noch mehr als hundert Jesuiten ihre letzte Ruhestätte fanden. Im Jahre 1980 ließ der damalige Regens im Trierer Priesterseminar, Dr. Anton Arens, die Krypta ausgraben. Man fand dort die Überreste von Spee, wie das Anatomische Institut in Frankfurt durch Kiefernvergleich mit Lebenden der Familie Spee bestätigt.

Die Bedeutung von Spee liegt auf zwei Gebieten. Er gehört zu den hervorragendsten Dichtern der Barockzeit. Sein 'Güldenes Tugendbuch' und seine Liedersammlung 'Trutznachtigall' zeugen davon. Nicht wenige seiner Lieder sind im Gebet- und Gesangbuch 'Gotteslob' aufgenommen und werden noch heute gern gesungen, zum Beispiel: 'Zu Bethlehem geboren' oder 'Ist das der Leib' oder Dich liebt o Gott' oder 'O Traurigkeit, o Herzeleid' oder 'Ihr Freunde Gottes'. Seine Lieder sind zärtlich und innig.

Die andere Bedeutung von Spee liegt in seinem engagierten und mutigen Kampf gegen den Hexenwahn seiner Zeit. Er hat manche seiner Opfer zum Scheiterhaufen begleitet. Seine 'Cautio criminalis' zeugt davon, wie sehr sich Spee für die Menschenrechte eingesetzt hat. Es war ein Einsatz mit seiner ganzen Person und mit seinem Leben.

Spee durfte es nicht wagen, sein Manuskript der Ordenszensur vorzulegen und unter seinem Namen drucken zu lassen. Ein Verlag in Rintelen/Weser hatte den Druck übernommen (1631). Der General in Rom, P. Vitelleschi, empfahl, P. Spee aus dem Orden zu entlassen, aber der Provinzial, P. Goswin Nickel, zögerte. Als 1632 in Frankfurt eine zweite Auflage der Cautio erschien, wieder anonym und ohne Druckerlaubnis des Ordens, forderte der General P. Spee zu entlassen. Aus der Empfehlung war eine Anweisung geworden.

Damals wurde der Provinzial P. Nickel vor eine schwere Probe seiner Klugheit gestellt. Er hoffte, die Situation entschärfen zu können, indem er Spee nach Trier versetzte. P. Nickel, selbst Theologieprofessor in Köln, hatte viel Erfahrung. Er war Rektor in mehreren Kollegien (Köln, Aachen und Düsseldorf). Von 1630-37 war er Provinzial der Niederrheinischen Ordensprovinz. Sein Verhalten in der Affäre Spee hat ihn nicht sein Amt gekostet. Er blieb Provinzial und wurde es sogar ein zweites Mal 1639-43. Als Assistent für Deutschland wurde er 1652 der 10. General des Ordens.

Jahrbuch 1985, S. 106
Jahrbuch 1964/5, S. 5
Canisius Pfingsten 1991, S. 28ff.

 

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