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17. August 2000 - Bleistein Roman
auf Borkum

P. Bleistein stammte aus Aschaffenburg. Dort wurde er als zweites von vier Kindern geboren. Dort erhielt er auch seine schulische Ausbildung, die er mit dem Abitur 1948 abschloss. Als Mitglied der Marianischen Kongregation lernte er den Jesuitenorden kennen, in den er am 14. September 1948 in Pullach eintrat. Das letzte Kriegsjahr bis Januar 1945 war er als Luftwaffenhelfer eingezogen.

Nach Abschluss seiner Studien in Pullach und in Frankfurt (St. Georgen) wurde er zunächst in der Jugendarbeit in München eingesetzt. In dieser Zeit entstanden seine ersten Jugendbücher. Am 4. August 1960 wurde er während des Eucharistischen Weltkongresses in München, St. Michael, zum Priester geweiht. Nach dem Tertiat in St. Andrä unter P. Peter Heymeyer wurde er als Mitarbeiter an den 'Stimmen der Zeit' destiniert; gleichzeitig Studium an der Münchner Universität - Pädagogik, Psychologie und Soziologie -, das er 1965 mit der Promotion abschloss. Für ein Jahr musste er in Nürnberg als Kaplan an der Pfarrei St. Kunigund einspringen. Dann konnte er seine Arbeit als Redaktionsmitglied der Stimmen wieder aufnehmen. Er behielt diese Position bis zur Vollendung seines 70. Lebensjahres.

1968-1973 war er zugleich persönlicher Referent bei P. Karl Rahner in München und in Münster. 1973 wurde er Dozent und 1975 außerordentlicher Professor für Pädagogik an der Hochschule für Philosophie in München.

Als kompetenter und hochgeschätzter Experte für Jugendfragen war er Berater zahlreicher Gremien innerhalb und außerhalb der Kirche.

Im Jahr 1977 wurde ihm zusätzlich eine neue, zeitgeschichtliche Forschungsarbeit anvertraut. Er veröffentlichte im Laufe der Jahre umfassende Dokumentationen über die Jesuiten im Widerstand gegen die Nazi-Diktatur. Als erstes erschienen 1982-1984 die Schriften von Alfred Delp in vier Bänden, denen 1988 ein 5. Band mit Briefen, Texten und Rezensionen folgte. Andere Fachliteratur betraf die Patres Rupert Mayer und Augustin Rösch. Allein in den 'Stimmen der Zeit' hat er fast 200 Aufsätze veröffentlicht, abgesehen von den vielen Buchbesprechungen. Hinzu kommen Publikationen in anderen Zeitschriften und ungezählt viele Vorträge.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat in seinem Kondolenzbrief das Lebenswerk von P. Bleistein gewürdigt. Er nennt ihn einen 'kompetenten, offenen und engagierten Theologen und Seelsorger, der sich auf einzigartige Weise für eine glaubwürdige Jugendpastoral und deren Verankerung im Leben unserer Kirche eingesetzt hat.'

Roman Bleistein starb am 17. August 2000 kurz vor dem Ende seines Erholungsurlaubs auf der Nordseeinsel Borkum. Er hatte noch an der Abendmesse teilgenommen. Beim anschließenden Conveniat der Mitbrüder brach er plötzlich zusammen. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Am 24. August 2000 wurde er auf dem Ordensfriedhof in Pullach beerdigt.

 

 

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