Totenbild P. Wilhelm Aust SJ

P. Wilhelm Aust SJ

Pater Wilhelm Aust wurde in Berlin geboren, wuchs dann aber in Hannover auf, wohin seine Familie umziehen mußte, da sein Vater als Direktor im Reichsbekleidungsamt tätig war. Hier in Hannover besuchte Wilhelm die Schulen bis zum Abitur und fand Anschluß in der Jungengemeinschaft von 'Neudeutschland'. In der Begegnung mit den geistlichen Leitern dieses Bundes reifte seine Berufung zum geistlichen Ordensstand der Jesuiten heran.

Am 23. April 1926 begann er sein zweijähriges Noviziat in Mittelsteine, blieb anschließend noch einige Monate dort, um seine Oberrealschul-Kenntnisse in den klassischen Sprachen zu ergänzen. Die Studien der Philosophie und der Theologie absolvierte er in Valkenburg/Holland (1928 bis 1931 und 1934 bis 1938). Zwischenzeitlich verbrachte er drei Jahre als Magister in Kaunas/Litauen. Zum Priester wurde er von Bischof Graf Preysing in seiner Berliner Geburtsstadt am 24. Juni 1937 geweiht.

Nach Beendigung seiner Ausbildung im Orden setzte P. Aust seine Tätigkeit als Magister in Kaunas für ein Jahr fort und wirkte dort im darauffolgenden Jahr als Spiritual für den Ordensnachwuchs. 1941 kam er als Kaplan nach Oppeln/Oberschlesien und wurde gleichzeitig Hausminister der Ordenskommunität. Nach dem Kriegsende 1945 war er für kurze Zeit Kaplan in Berlin-Oberschöneweide und begann ab 1946 in Berlin-Biesdorf in der Nachfolge von P. Georg von Sachsen seine 'eigentliche Laufbahn' als Frauen- und Mütterprediger, die er nach drei Jahren von St. Clemens in der Stresemannstraße fortsetzte. 17 Jahre betreute er seelsorglich die Mütterkreise in St. Clemens selbst und von hier auch in den Pfarrgemeinden der Stadt; unermüdlich war er unterwegs und eifrig in der Ausarbeitung seiner Predigten.

Sein unaufdringliches, eher bescheiden-selbstloses Wesen und seine menschliche Güte, gewürzt mit seiner humorvollen Art, machten ihn zu einem beliebten Seelsorger, aber auch zu einem geschätzten Minister und Ökonomen innerhalb der Ordensgemeinschaft. Von 1967 bis 1971 wirkte er in der Krankenseelsorge von St. Gertrauden in Wilmersdorf und kehrte dann für kurze Zeit nach St. Clemens als Seelsorger zurück. Als 1973 die Jesuiten Pfarrei und Haus von St. Clemens dem Bistum übergaben, gehörte P. Aust dem lgnatiushaus an und war für 10 Jahre als Hausgeistlicher der Karmelitinnen des St. Josefs-Kinderheimes in Alt-Lietzow/Charlottenburg tätig. Ein schweres Bronchial- und Asthmaleiden ließ in 1983 in das Peter-Faber-Kolleg übersiedeln, wo er ruhig und bewußt das Kommen des Herrn erwartete.

R.I.P.