Clemens Drüding SJ

P. Clemens Drüding SJ
* 22. Dezember 1881 in Vechta/Oldenburg
11. April 1958 in Berlin

P. Clemens Drüding, am 22. Dezember 1881 in Vechta/Oldenburg geboren, besuchte dort die Präparandie und das Seminar und hatte schon einige Jahre aktiven Schuldienstes hinter sich, als er 1906 - seinem um acht Jahre älteren Bruder Johann Baptist folgend - in die Gesellschaft Jesu eintrat. Drei seiner Schwestern weihten sich ebenfalls dem Dienst des Herrn im Ordensstande. Bereits 1911 wirkte er wieder als Lehrer am Andreaskolleg zu Ordrup in Dänemark. Die anschließenden theologischen Studien wurden bald durch den mehrjährigen Kriegsdienst als Malteser-Krankenpfleger unterbrochen, doch hatte er die Freude, im Jahre 1917 trotzdem die hl. Priesterweihe empfangen und als Feldgeistlicher bei der Truppe wirken zu dürfen. Nach der Heimkehr konnte er in aller Ruhe die kriegsbedingten theologischen Lücken ausfüllen und war anschließend bis 1924 von Köln aus vor allem in der Lehrerseelsorge tätig.

Mittlerweile war in Berlin-Charlottenburg die Eröffnung des seit Jahren geplanten Gymnasiums (Canisius-Kolleg) in greifbare Nähe gerückt. Zwar verging nach seiner Übersiedlung dorthin noch ein weiteres Jahr der Ungewißheit, ob das Ministerium zu dem gegebenen Wort stehen werde, aber zu Ostern 1925 setzte der Unterricht ein, und bis zur Schließung der Schule durch die Nazis (1940) wirkte P. Drüding als Lehrer an ihr und übte einen unverkennbaren Einfluß auf ihre innere und äußere Entwicklung aus.

Die Jahre des Krieges sahen ihn in Breslau als Hausgeistlichen im Kloster zum Guten Hirten. Im Frühjahr 1945 aus Breslau ausgewiesen, erlebte er den Untergang der Stadt Dresden, kam wie durch ein Wunder davon und versah für ein Jahr als Pfarrvikar die Seelsorge in Unter-Igling (Bistum Augsburg). Nach kurzer Unterrichtstätigkeit im wiedererstandenen Kolleg St. Blasien kehrte er im Herbst 1946 auf den Ruf seiner Oberen nach Berlin zurück, um am Canisius-Kolleg für acht Jahre noch als Lehrer zu wirken. Dann bat er selbst, 73-jährig, aus der Jugendarbeit ausscheiden zu dürfen und übernahm sein letztes Amt als Hausgeistlicher im Noviziatshaus der Katharinerinnen, Berlin-Dahlem. Es schien, als werde er hier noch lange in Ruhe schaffen können, inmitten der Natur, die er Zeit seines Lebens so liebte. Doch mußte er im November 1957 das Gertraudenkrankenhaus aufsuchen, und trotz großer Hoffnung auf eine Wiedergenesung hat er es nicht mehr verlassen, bis der Tod am 11. April 1958 dem immer schwerer gewordenen Leiden ein Ende setzte.

In unserer Erinnerung steht P. Clemens Drüding als der vorbildliche, segensvoll wirkende priesterliche Lehrer, und er selbst hat in diesem Doppelberuf wohl die eigentliche Erfüllung seines Wesens gesehen. Es war ein Wirken aus einer großen inneren Stille heraus, reich und fruchtbar. Bei seinem Goldenen Ordensjubiläum faßte er ein paar Worte Jesu zusammen, gleichsam als ein Testament für seine ehemaligen Schüler. Sie zeigen, wo er die Quelle seiner Kraft sah.

            Worte unseres Heilandes
            Kommet alle zu Mir.
            Lernet von Mir.
            Folget Mir nach.
            Wer Mir nachfolgt,
            wandert nicht in Finsternis.
            Ich nenne euch Meine Freunde.
            Vertrauet, Ich habe die Welt überwunden.
            Ihr werdet sein, wo Ich bin.

R.I.P.