Heinrich Falk SJ

P. Heinrich Falk SJ
geboren am 20. Mai 1912 in Frankfurt
Priesterweihe am 31. Mai 1940 in Rom
gestorben am 1. Juni 1998 in Berlin

Am Pfingstmontag durfte er sein Leben in die Hand des Schöpfers zurückgeben; einen Tag nach dem 57. Jahrestag seiner Priesterweihe. Zwar wurde er in Frankfurt / Main geboren, doch seine Familie wechselte in diesen Jahren oft den Wohnsitz.

In Bonn war sein Vater bis zu Beginn der Nazizeit Oberbürgermeister. Hier lernte er den Bund Neudeutschland kennen, war "Gaugraf". Nach seinem Abitur bat er im Herbst 1931 um Aufnahme ins Noviziat der Jesuiten. Die ersten philosophischen Studienjahre absolvierte er im holländischen Valkenburg, wurde dann ins Russicum nach Rom gesandt, zunächst als Repetitor der Philosophiestudenten. An der päpstlichen Universität Gregoriana dann das Studium der Theologie. Die Priesterweihe empfing er im Ritus der Ostkirche, da er sich mit anderen für einen priesterlichen Dienst in Osteuropa gemeldet hatte. Nach Unterbrechungen durch die Wirren des Kriegsendes konnte er 1947 diese Vorbereitung durch das Studium der Slavistik, der russischen Geistesgeschichte und Philosophie an der Münchener Universität fortsetzen und 1953 mit der Promotion abschließen. An der Ordenshochschule in Pullach gab er seit 1948 russische Sprachkurse. 1951 veröffentlichte er "Die Weltanschauung des Bolschewismus, Der Dialektische Materialismus, gemeinverständlich dargelegt". Zwölf Auflagen erlebte diese Publikation. Von 1959 bis 1971 war er auch in jugendpolitischer Bildungsarbeit tätig: zahlreiche Wochenendseminare für Abiturienten führte er im Rahmen der Ostakademie Königstein durch.

Im Sommer 1971 ein Einschnitt. Die Ordensoberen senden ihn als Superior des Ignatiushauses nach Berlin. Zugleich übernimmt er die Leitung der Katholischen Akademie Berlin und des Primanerforums. Für viele Menschen, die im Westteil der Stadt auf der Suche nach Sinn im Leben sind, wird er geduldiger und aufgeschlossener Gesprächspartner. Er überzeugt durch reiches Wissen, durch saubere und gründliche Information und unermüdliche Dialogbereitschaft. Auch als er 1980 die Leitung der Akademie an Jüngere abgibt, kommen viele weiter zu ihm, weil sie das Gespräch mit ihm suchen. In den Charlottenburger Gemeinden hilft er bei Gottesdienstvertretungen; jeden Morgen feiert er in der Canisiusgemeinde mit einer kleinen Schar die Eucharistie und macht sich Mühe damit, der Werktagsgemeinde den "Tisch des Wortes" zu bereiten.

Auf gesundheitlichem Gebiet macht er jetzt Grenzerfahrungen. Doch erst in den Märzwochen dieses Jahres beginnt die wirkliche Passion seines Krebsleidens. Am 15. Mai wird er ins Malteserkrankenhaus eingeliefert. Wenige Tage zuvor hatte er mit einer Gesprächsgruppe über das Sakrament der Krankensalbung gesprochen: "denn das ist das Thema, das jetzt dran ist." Allen, die ihn in den Tagen um Christi Himmelfahrt besuchten, sagte er: "Ich bitte den Herrn, daß er mich bald holt". Der Herr hat seinen Wunsch erhört.

R.I.P.