P. Peter Friedrichs SJ
* 4. Februer 1891 in Daun (Eifel)
30. Juli 1963 in Berlin

P. Friedrichs stammt aus Daun in der Eifel. Noch vor Beendigung seiner Gymnasialausbildung trat er am 29. 4. 1908 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in Exaten (Holland) ein. Erst nach dem Ende des Noviziates legte er nach zweijährigem Besuch der "Stella Matutina" in Feldkirch Ostern 1912 dort die Reifeprüfung ab. Die philosophischen Studien absolvierte er von 1912 bis 1915 in Valkenburg (Holland).

Dann folgte ein Jahr Pflegedienst beim Kriegslazarett 51. Eine schwere Erkrankung, die er sich auf der Seuchenstation zuzog, hat ihm während seines ganzen Lebens durch ihre Folgen zu schaffen gemacht.

Die Jahre 1916 bis 1919 sahen ihn als Erzieher im Kolleg von Sittard, die Jahre 1919 bis 1923 als Theologen in Valkenburg. Am 27. 8. 1922 empfing er dort die Priesterweihe. Es folgten 1924 bis 1930 die Studienjahre an der Universität Bonn, wo er das Staatsexamen in Mathematik, Physik und Chemie ablegte.

Nach Vollendung der Referendarausbildung in Köln kam er 1931 an das "Gymnasium am Lietzensee" in Berlin-Charlottenburg. Seine dortige Tätigkeit ist untrennbar mit der Gründungsgeschichte und der ersten Blütezeit des Gymnasiums verbunden. Der Aufbau der ersten physikalischen und chemischen Sammlung ist sein Werk. Im Jahre 1940 wurde das Gymnasium von den nationalsozialistischen Machthabern aufgehoben. P. Friedrichs ging als Seelsorger nach Ottmachau. Von dort aus suchte er die Verbindung mit den ehemaligen Schülern des Gymnasiums lebendig zu erhalten. Da diese Tätigkeit der Gestapo verdächtig wurde, mußte er erneut das Feld seiner Tätigkeit wechseln.

Er kam als Seelsorger an das Krankenhaus in Potsdam. 1946 wurde er von dolrt an das neuerstandene Canisius-Kolleg in Berlin berufen. Dort hat er als Lehrer für Mathematik und Physik erfolgreich gewirkt, bis seine zunehmende Kränklichkeit ihn im Jahre 1956 zwang die Unterrichtstätigkeit aufzugeben. In den Jahren von 1956 bis zu seinem Tode war er Spiritual und Beichtvater am Ignatiushaus in Berlin-Charlottenburg. P. Friedrichs hat neben dem Unterricht die priesterliche Tätigkeit als Kern- und Quellpunkt seines Wirkens aufgefaßt und gepflegt. Er war der erste Begründer' der Marianischen Kongregation der Schüler des Canisius-Kollegs.

Als Berater und geistlicher Beirat der Vereinigung ehemaliger Schüler des Canisius-Kollegs förderte er nachhaltig den Zusammenhalt unter den "Ehemaligen". Der von ihm gegründete "Physikerkreis" vereinigte Professoren und Studenten der Naturwissenschaften und der Technik zum weltanschaulichen und philosophischen Gedankenaustausch.

Durch das Beispiel seines stetigen aufopferungsvollen Fleißes, seine nie ermüdende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft und seinen priesterlichen Geist hat er sich unauslöschlich dem Gedächtnis seiner ehemaligen Schüler und Mitarbeiter eingeprägt.

R.i.p.

Lasset uns beten
Gott, Du hast unter den Nachfolgern der Apostel im Priesteramte Deinen Diener Peter mit der Priesterwürde ausgezeichnet; gib, wir bitten, daß er nun auch ihrer ewigen Gemeinschaft zugesellt werde. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.