Bernhard Hapig SJ

P. Bernhard Hapig SJ
* 25. September 1888 in Polenzko
14. Februar 1969 in Berlin

Ex umbris et imaginibus in veritatem.
Kard. Newman

Am 14. Februar 1969 starb im Peter-Faber-Kolleg, Berlin-Kladow, P. Bernhard Hapig SJ. Unter seinem Nachlaß fand sich eine ca. 100 Schreibmaschinenseiten umfassende Aufzeichnung über seinen persönlichen Werdegang. Wer sie überblättert, dem drängt sich von Seite zu Seite stärker die Überzeugung auf: An diesem Abend ist ein auffallend tief mit Gott verbundener Mitbruder von uns gegangen. Als einen solchen "sacerdos vere spiritualis" werden ihn viele von uns in Erinnerung behalten, aber auch als einen lieben, menschlich unbefangen sich gebenden, Wohlwollen ausstrahlenden Weggefährten. Wie manche frohe Stunde hat er uns geschenkt mit seinen immer wieder gern gehörten Scherzen, mit seinen köstlich in die Unterhaltung eingestreuten Passagen aus Fritz Reuter und Wilhelm Busch.

Dem in seinen letzten Jahrzehnten fast ständig leicht kränkelnden Pater waren bei seiner Geburt (25. September 1888) nach Wiederbelebungsversuchen und Nottaufe wenig Chancen für eine lange Lebensbahn gegeben worden, trotzdem brachte er es zu vollen 80 Jahren! Auf dem von seinem Vater gepachteten Rittergut bei Polenzko, Kreis Zerbst - ab 1898 auf Gut Joachimshöhe bei Dreidorf/Posen - hat er im Kreise seiner 8 Geschwister eine unbeschwerte, von allerlei interessanten Abenteuern durchwobene Jugendzeit verlebt. 1909 macht er sein Abitur und beginnt anschließend das Studium der Medizin in München.

Nach dem Staatsexamen überrascht auch ihn der Ausbruch des ersten Weltkrieges. Als Regimentsarzt bei verschiedenen Stäben der Kavallerie an der Ost- und Westfront wird er sehr realistisch in sein Geschehen hineingezogen. Dabei vollzieht sich in ihm beim Blick auf so manche makabren Nebenerscheinungen während dieser Jahre eine tiefgreifende innere Wandlung. Erstmals taucht um diese Zeit in seinen Aufzeichnungen das nun oft wiederkehrende Wortbild von der "einsamen Straße" auf. Gott zieht ihn spürbar drängend näher an sich. In der Antwort auf dieses Rufen vollzieht sich 1919 sein Eintritt in das Noviziat der Gesellschaft Jesu. In ihr wird er 1924 zum Priester geweiht.

Nach seinem ersten Einsatz in der äußeren Seelsorge (Geistlicher Beirat bei den Neudeutschen in Breslau) kommt es zu einer ernsten Erkrankung und damit zusammenhängend zur Umstellung auf den ihm sicher mehr liegenden "Innendienst" unter Mitbrüdern und auf die Einzelseelsorge in Exerzitien und Konvertitenunterricht. Der äußere Rahmen, in dem dieses ihm eigne Charisma still und schön zur Entfaltung kommen konnte, zeichnet sich kurz so: Spiritual der Theologen in Valkenburg, Superior in Breslau, Provinzial in der schweren Nazi- und ersten Nachkriegszeit, anschließend Spiritual und Beichtvater im Berliner Canisius-Kolleg, im Noviziatshaus auf dem Jakobsberg/Bingen und zuletzt im Peter-Faber-Kolleg, Berlin-Kladow. Von ihm aus rief ihn Gott in die Schau der Geheimnisse der Ewigkeit, derentwegen er einst auf die "einsame Straße" abgebogen war, und auf deren Enthüllung er sich schon seit langem gefreut hat.

Erbarme dich unseres Bruders Bernhard, den du aus dieser Welt zu dir gerufen hast. Durch die Taufe ist er Christus gleichgeworden im Tod: gib ihm auch Anteil an der Auferstehung, wenn Christus die Toten auferweckt und unsern irdischen Leib seinem verklärten Leib ähnlich macht.

R.I.P.