Josef Heinrich SJ

Bruder Josef Heinrich SJ
geboren am 30. März 1909 in Atkamp
gestorben am 24. April 1997 in Berlin

Josef Heinrich wurde als Ältester von insgesamt acht Jungen und zwei Mädchen in der kleinen Bauerngemeinde Atkamp bei Rössel geboren. 1912 kaufte der Vater einen größeren landwirtschaftlichen Betrieb in Rudwangen in den Masuren. Dort verlebte Josef seine Jugend in herrlicher Landschaft, bis er auf die Realschule nach Heilsberg geschickt wurde. Da ihm dieser Schultyp nicht lag, wechselte er bald nach Heiligenbeil am Frischen Haff, wo er anstatt Englisch nun Betriebslehre, Ackerbau und Tierzucht lernte und die Mittlere Reife machte. Da der Vater zu dieser Zeit schwer verunglückte, mußte Josef für 1 1/2 Jahre die Landwirtschaft eigenverantwortlich leiten. 1928 zog er dann nach Mittweida, um einen Lehrgang in den dortigen Präzisionswerkstätten zu absolvieren. Es war die Zeit der großen Not und Arbeitslosigkeit. "Kritisch, wie ich damals war, kam ich auf andere Gedanken, für die Ewigkeit zu sorgen. Machte dort Schluß und besprach mich mit P. Bley in Hoheneichen, um in die S.J. einzutreten", schreibt er später. Es dauerte dann aber doch noch fast sechs Jahre, bis er am 15. Juli 1934 in Mittelsteine begann.

Im Orden konnte er seine Fähigkeiten und gelernten Tätigkeiten voll entfalten. Er hatte eine gute Hand für alle möglichen Arbeiten und ließ sich gern dort einsetzen, wo er gerade gebraucht wurde. 1937 bis 1941 war er in der Landwirtschaft in Mittelsteine tätig, von April 1941 bis zum November 1942 ebendort dienstverpflichtet. Es folgte im November 1942 die Einberufung zur Wehrmacht. Nachdem er in Gefangenschaft geraten war, gelang es ihm, mit den französischen Mitbrüdern Kontakt aufzunehmen. So gelangte er in das Kolleg von Poitiers, wo er seine Letzten Gelübde ablegte und wo er bis August 1948 blieb. Drei Jahre gehörte er dann zum Haus in Berlin-Dahlem. Anschließend war er bis zum Umzug des Noviziates im Dezember 1960 auf dem Jakobsberg bei Bingen. Es folgten sechs Jahre im Berliner Ignatius-Haus. Seit 1966 gehörte er zum festen Bestand des Peter Faber-Kollegs in Kladow.

In seiner selbstverständlichen Treue, Zuverlässigkeit und Güte machte er seinem verehrten Namenspatron, dem hl. Josef, alle Ehre. Die Mitbrüder und die vielen Gäste des Kollegs in den 21 Jahren seines Dienstes haben ihm viel zu danken. Möge der Herr nun an Br. Heinrich das Wort erfüllen, das er in den Jahren des Suchens, der Gefangenschaft und des treu gelebten Alltags oft gebetet hat: "Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten, Gott ist der Fels meines Herzens und mein Anteil auf ewig. Gott nahe zu sein ist mein Glück". (Ps. 73, 26 f)

R.I.P.