Walter Hruza SJ

P. Walter Hruza SJ

P. Walter Hruza wurde 1892 in Berlin geboren und blieb der Stadt in vielen Jahren seines Dienstes für das Bistum Berlin eng verbunden. 1914 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, konnte aber sein Noviziat erst 1919 beginnen, da er vier Jahre lang als Sanitäter im ersten Weltkrieg tätig war. Dabei wurde er auch schwer verwundet. 1925 wurde er zum Priester geweiht. Getreu der Devise seines Ordens, sich immer bereitzuhalten, um neue, dem Orden wichtige Arbeiten zu übernehmen, sah man ihn als Exerzitienbegleiter in Berlin-Biesdorf und Dresden, als Seelsorger in St. Clemens, als Pfarrseelsorger in Ostpreußen, als Flüchtlingsseelsorger in Westpreußen und dann schließlich nach Ende des zweiten Weltkriegs als "Rucksackpriester" in Ost-Deutschland. Er zog von Dorf zu Dorf, um den Ostpreußen und Schlesiern zu helfen, eine neue Heimat zu finden.

Seit 1947 widmete er sich dem Wiederaufbau des Werkes für geistliche Berufe in der Diözese Berlin. Mit vielen ehrenamtlichen Förderinnen schuf er einen Kreis von Menschen, deren erstes Gebetsanliegen die Weckung von Priesterberufen war. Zugleich bemühten sie sich um die ideelle und materielle Unterstützung der Priesterkandidaten in der Ausbildung.

Diese Tätigkeit übte Pater Hruza von 1947-87 in der Diözese Berlin aus und erfuhr die wohlwollende Förderung seiner Arbeit durch die Berliner Bischöfe Weskamm, Döpfner, Bengsch und Meisner. Die Anliegen des Priester-Berufswerks machte er unter den Berliner Katholiken besonders dadurch bekannt, daß er zahlreiche bekannte Referentinnen und Referenten für Vortragsveranstaltungen gewinnen konnte, so daß sein Werk von den Berliner Katholiken entscheidend mitgetragen wurde.

Mehr und mehr engagierte er sich mit ganzer Kraft als Vizepostulator für den Seligsprechungsprozeß von Dompropst Bernhard Lichtenberg. Dieser Berliner Priester, der den Nationalsozialisten Widerstand entgegensetzte und öffentlich für die verfolgten Juden eintrat, war stets sein Vorbild. Schon sehr früh erkannte P. Hruza die Bedeutung von Bernhard Lichtenberg als Symbol der Aussöhnung zwischen Juden und Christen in unserem Land. Der Berliner Dompropst, den P. Hruza selbst gut gekannt hatte, stand ihm wahrscheinlich auch deswegen besonders nahe, weil P. Hruza selbst 1940 wegen seiner aktiven Seelsorge seitens der Gestapo Redeverbot erhalten hatte. Das hinderte ihn aber nicht daran, besonders in den Exerzitien die Botschaft Jesu gelegen oder ungelegen weiterzusagen.

Erstaunlich war seine wache Aufmerksamkeit, mit der er bis kurz vor seinem Tode die Ereignisse in Kirche und Gesellschaft verfolgte und am Leben der Menschen in Berlin teilnahm.

P. Hruza starb am Pfingstmontag 1987 kurz vor seinem 95. Geburtstag. Die Katholiken in Berlin und der Jesuitenorden haben ihm viel zu danken. Er hätte sein Werk zu Gunsten der Förderung von Priestern aber nie so erfolgreich durchführen können, hätten nicht so viele Helferinnen und Förderinnen sein Werk spirituell unterstützt und materiell mitgetragen. Auch ihnen haben die Diözese Berlin und der Jesuitenorden viel zu verdanken.

            GOTT zu suchen, war mein Leben
            GOTT zu finden, galt's im Sterben
            GOTT zu schauen, ist die Ewigkeit!

R.I.P.