Johannes Maniera SJ

P. Johannes Maniera SJ
* 2. Oktober 1911
30. Juli 1999

Johannes Maniera wurde am 2.10.1911 in Eichenau, Kreis Kattowitz (Oberschlesien), geboren. Nach seinem Abitur am humanistischen Gymnasium in Oppeln (wo auch P. Gerhard Kroll war), trat er 1932 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu in Mittelsteine (Grafschaft Glatz) ein.

Sein Novizenmeister, P. Kempf, schickte ihn bereits nach dem ersten Noviziatsjahr nach Valkenburg (Holland) zum Studium der Philosophie, wo er bis 1936 blieb. Von dort wurde er nach Berlin an das Gymnasium am Lietzensee, Neue Kantstraße 2, versetzt, wo er als Sekretär des Rektors P. Lambert Classen und als Präfekt der Schüler den von den Nazis eingeleiteten Abbau des Jesuitengymnasiums miterleben mußte.

Ende 1938 fuhr Johannes Maniera zum Studium der Theologie nach Innsbruck, wo er mit Vorlesungen "überschüttet" wurde. An einem Donnerstag im Sommer 1939 kam die Gestapo aus München, rief alle in den Speisesaal und verkündete die Beschlagnahme des Kollegs. In Begleitung eines SS-Mannes mußte jeder auf seinem Zimmer die persönlichen Sachen packen und das Haus verlassen. Viele Mitbrüder sammelten sich in Feldkirch (Voralberg). Seine theologischen Studien setzte Johannes in Wien fort, wo er am 21. Juli 1940 zum Priester geweiht wurde. Es folgte von Juni 1940 bis Dezember 1941 die Einberufung zur Wehrmacht.

Von Januar 1942 bis August 1943 war er in Gleiwitz OS als Kaplan in der Seelsorge tätig. Von Oktober 1946 bis Sommer 1980 Magister für Latein, Griechisch und Religion am Berliner Canisius-Kolleg. Unterbrochen wurde diese Lehrtätigkeit für etwa ein Jahr, in dem er in Frankfurt/Main zusammen mit P. Hermann Rosczyk das Staatsexamen für Latein und Religion vorbereitete und ablegte. P. Maniera war mit Herz und Seele Lehrer und Seelsorger. In fast allen großen Ferien organisierte er zusammen mit den PP. Georg Berner, Kensy, Länger und Rosczyk oft für bis zu 80 Schülern Ferienfahrten an die Nordsee.

Ab 1980 war P. Maniera Mitarbeiter in unserer Pfarrei in Marburg und vom 1.1.1987 bis zu seiner Übersiedlung in das ordenseigene Seniorenheim, das Peter-Faber-Kolleg in Berlin-Kladow. Am 25. Januar 1999, arbeitete er in der Seelsorge in Saarlouis als ein gern gehörter Prediger und beliebter Beichtvater.

Am 30. Juli 1999, dem Vorabend des Ignatiusfestes, rief Gott ihn nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt zu sich.

R.I.P.