Alfons Matzker SJ

P. Alfons Matzker SJ
geboren am 28. Juli 1911 in Berlin-Tegel
zum Priester geweiht am 25. Mai 1940 in Rom
gestorben am 5. August 1998 in Berlin

Alfons Matzker wurde am 28. Juli 1911 in Berlin-Tegel geboren. 1914 zog die Familie nach Anklam. Im Frühjahr 1915 starb der Vater im Lazarett an Typhus. Die Mutter und später der Stiefvater ermöglichten dem begabten Jungen eine solide Ausbildung.

1925 erhielt er am von Jesuiten geleiteten Franz-Ludwig-Konvikt in Breslau einen Freiplatz. Er engagierte sich sofort im Bund Neudeutschland und stieg schnell zum Pfalzgrafen auf. Schon früh trug er sich mit dem Gedanken, Jesuit zu werden. Anstoß dazu gaben ihm eine von Jesuiten gehaltene Volksmission und ein Buch über Ignatius von Loyola und Franz Xaver. Nach dem Abitur am Matthiasgymnasium trat er am 29. April 1930 ins Ordensnoviziat in Mittelsteine ein. Es folgte das Philosophiestudium in Valkenburg. Von 1935-37 war er erneut beim ND und in der Pfarrjugendarbeit in Breslau tätig; dabei geriet er mehrfach in Schwierigkeiten mit der Gestapo. Auch deshalb schickten ihn die Obern 1937 zum Theologiestudium nach Rom.

Die Kaplansjahre von 1942 bis 1947 in der Kuratie St. Canisius, Charlottenburg, wurden für ihn zur großen Herausforderung: durch das Übermaß an Leid und menschlicher Schuld ebenso wie durch die Sorge um die versprengte Gemeinde, den Wiederaufbau und neue seesorgliche Ansätze. Diese Arbeit setzte er 1948-51 als Männerseelsorger von St. Clemens aus fort. Neun Jahre leitete er dann das Exerzitienhaus Maria Frieden, Steglitz. 1960 rief man ihn an die Seite von P. Leppich in die action 365, wo er als Regionalpriester etwa 1000 Teams zu betreuen hatte.

Er war 57 Jahre, als man ihm 1968 die damals über 9000 Gläubige zählende Diasporapfarrei St. Albertus in Gießen anvertraute. Dankbar sagte er später: "Es waren nach den schweren Jahren in Berlin die schönsten Arbeitsjahre in der Gesellschaft Jesu". In dieser Zeit war er auch Gefängnispfarrer und Sprecher der "Arbeitsgemeinschaft zur Interessenvertretung der ausländischen Mitbürger". 1978 wurde er von Gießen versetzt und verbrachte die folgenden Jahre als Seelsorger in Hannover. Seit Mai 1993 lebte er im Peter-Faber-Kolleg, Berlin, und ertrug geduldig die sich häufenden Krankheiten und den Verfall der Kräfte.

P. Matzker war ein begnadeter Jugendseelsorger und ideenreicher Organisator, ein Priester, der Probleme - nicht nur soziale - schon früher als andere erkannte und auf Abhilfe drängte. Ihn prägten die Exerzitienbetrachtungen vom Ruf des Königs und von den Zwei Bannern. Immer wieder kam er auf Gedanken seines Freundes P. Alfred Delp zurück und suchte sie im Alltag zu verwirklichen. Viele Menschen begegneten ihm in seiner impulsiven, dabei doch demütigen Art und schätzten ihn aIs Mann des verläßlichen gesprochenen und gelebten Wortes. Er vertraute überzeugend dem Leben, weil er Gott noch mehr vertraute.

R.I.P.