Josef Menzel SJ

P. Josef Menzel SJ
geboren am 17. Januar 1916 in Hindenburg/OS
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 21. April 1936 in Mittelsteine
zum Priester geweiht am 25. Februar 1945 in Jauernig
gestorben am 11. Januar 2006 in Berlin-Kladow

Nach langer Krankheit ist P. Josef Menzel am Morgen des 11. Januar 2006 im Peter-Faber-Haus verstorben. Sein halbes Leben lang war P. Menzel "auf Achse". Vorträge, Seniorentage, Besinnungstage und Exerzitien hielt er in der damaligen DDR landauf und landab. Von dieser Tätigkeit sprach er noch oft während seines Aufenthaltes im Peter-Faber-Haus. Diese Arbeit hat ihn erfüllt und dadurch lernten viele ihn schätzen.

Geboren wurde P. Menzel am 17.1.1916 in Hindenburg/OS. Er besuchte dort das humanistische Gymnasium und trat am 21.4.1936 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach dem Noviziat in Mittelsteine schloß sich das Studium der Philosophie in Pullach in den Jahren von 1938-1943 an.

Im Theologiestudium gelangte er 1943 nach Wien. Eine Weiterführung folgte in Neisse von 1944-1945, von 1945-1948 in Rom und abschließend ein Aufbaustudium in Münster bis 1949. Vor Beginn des Krieges finden wir P. Menzel zunächst beim Reichsarbeitsdienst und später bei der Wehrmacht von 1939-1941. Die Umstände seiner Priesterweihe 1945 schildert er selber: "Breslau war Festung - von Berlin abgeschnitten. Kardinal Bertram weihte uns auf Schloß Johannesberg zu Priestern." Der Breslauer Kardinal hatte sich in das sudetendeutsche Jauernig zurückgezogen und er spendete drei Jesuiten vorzeitig und begleitet von Gefechtsdonner die Priesterweihen.

Seine erste Anstellung erhielt P. Menzel als Kaplan an der St. Clemens Kirche in Berlin. Darauf widmete er sich der Jugendseelsorge auf dem Jakobsberg bei Bingen. Dann begann seine fruchtbare Tätigkeit in der damaligen DDR von Magdeburg aus, Seine außerpfarrliche Tätigkeit breitete sich rasch aus und er bekam ein Auto, um auch die entlegenen Pfarreien aufzusuchen. 25 Jahre lang reiste er durch das Land und er sagte selber, daß sein "Wartburg-Tourist" seine Sakristei sei.

Jedoch wurde seine Arbeit durch die Verhaftung 1958 jäh unterbrochen. Die damalige DDR-Regierung wollte ein Exempel statuieren, um eine Kampagne gegen die katholische Kirche zu beginnen. Vier Mitbrüder, P. Robert Frater, P. Wilhelm Rueter, P. Müldner und eben auch P. Menzel wurden 1958 verhaftet. Wegen angeblicher "Agententätigkeit" wurden mühsam Anklagepunkte herangeholt, die jedoch alle nicht den Tatsachen entsprachen. Sehr ausführlich hat P. Menzel in seinen späteren Jahren die Eindrücke und Vernehmungen im Gefängnis Bautzen beschrieben. Sicher nervlich geschädigt wurde er am 19.11.1960 aus der Haft entlassen.

Unmittelbar nach seiner Entlassung ging er wieder nach Magdeburg zurück und nahm seine gewohnte Arbeit auf. Später betreute er die Pfarrei im Ostseebad Kühlungsborn von 1972-1984, bis er sich Anfang Dezember 1984 doch einen Ruhesitz ausersehen hatte, und zwar Dreilützow in Mecklenburg. Die Schwestern, die dort ein Heim für behinderte Kinder leiteten, kannte er schon durch seine Exerzitienkurse. Dort in Dreilützow beging er sein 50-jähriges Priesterjubiläum.

Nach einem Sturz, bei dem er sich den Arm gebrochen hatte, konnte er doch nicht länger in Dreilützow bleiben und siedelte in das Altenheim der Gesellschaft Jesu nach Berlin-Kladow über. Hier verbrachte er seine letzte Zeit bei relativ guter Gesundheit und in guter Obhut der Pflegekräfte und seiner Mitbrüder. Erst im vergangenen Jahr klagte er über zunehmende Atembeschwerden, von denen er trotz intensiver Behandlung nicht geheilt werden konnte.

Allen, die P. Menzel auf seinem letzten Weg durch ihr Gebet, Opfer und aktive Hilfe beigestanden haben, sei herzlich gedankt.

R.I.P.