P. Johannes Zawacki SJ

P. Johannes Zawacki SJ
geboren am 5. Dezember 1919 in Berlin-Pankow
in die Gesellschaft Jesu eingetreten am 20. April 1938 in Mittelsteine
zum Priester geweiht am 31. Juli 1949 in Lyon/Frankreich
gestorben am 3. September 2008 in Berlin-Kladow

Ein erfülltes Leben fand am 3. September 2008 seine Vollendung. Durch seine vielen Ämter und Dienste ist P. Zawacki mit einer großen Zahl von Menschen zusammengekommen, vor allem als Schuldirektor des Canisiuskollegs in Berlin. Seine Begabungen und sein freundliches Wesen erleichterten ihm diese Begegnungen.

Sein Leben begann am 5. Dezember 1919 in Berlin-Pankow. Sein Klassenlehrer in Berlin-Weißensee empfahl, ihn auf das Gymnasium zu schicken. P. Zawacki kam auf das Gymnasium am Lietzensee und wurde Mitglied des Bundes Neudeutschland. Die Erziehung durch die dortigen Jesuiten, u. a. durch die Patres: Drüdig, Gocke, Friedrichs, Klein und Otto, hatte maßgeblichen Einfluss auf seinen späteren Lebensweg. Durch familiäre Umstände veranlasst, wechselte er nach St. Blasien über. Die Reifeprüfung musste er nachträglich am staatlichen Französischen Gymnasium in Berlin ablegen. Die nationalsozialistische Regierung ließ aus reiner Schikane die Ablegung der Reifeprüfung für P. Zawacki im Land Baden-Württemberg nicht zu.

Ziemlich spontan kam es für ihn zum Entschluss, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Es geschah, wie er selbst sagt: ,Aus einem inneren, von oben erleuchteten Antrieb." Am 20. April 1938 ging er zusammen mit seinem Klassenkameraden Bernward Brenninkmeyer in das Noviziat der Ostdeutschen Provinz nach Mittelsteine (Grafschaft Glatz). Die erste Einführung in den Orden erhielt er unter dem Novizenmeister P. Pies. Der Anfang seiner Ordenszeit wie auch der Beginn seiner Studien in Pullach 1940 wurden überschattet durch die politischen Ereignisse dieser Zeit. Nach wenigen Wochen, am 7.10.1940 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Er kam in eine Sanitätskompanie, wurde aber am 31.5.1941 auf Grund des Geheimerlasses aus dem Wehrdienst entlassen.

Nach Pullach zurückgekehrt, wurde er für den Unterricht und die Seelsorge an Jugendlichen eingesetzt und fand Wege, den inhaftierten Mitbrüdern in Dachau Hilfe zukommen zu lassen.

Nach einem weiteren Jahr des Theologiestudiums ging P. Zawacki wieder nach St. Blasien und absolvierte seine restlichen Theologiestudien in Fourviere/Frankreich. Am 31. Juli 1949 wurde er von Kardinal Gertier zum Priester geweiht.

P. Klein empfahl P. Zawacki während seines Tertiats in Münster die Lehrertätigkeit. Und so begann er das Studium der Mathematik und Physik an der FU in Berlin und danach ab 1957 seine langjährige Tätigkeit als Lehrer und Direktor des Canisiuskollegs in Berlin. Bis zum Jahre 1985 übte P. Zawacki diese verantwortungsvolle Tätigkeit aus.

Anschließend übernahm er in Köln die ordenseigene Pfarrei St. Peter und war Superior der Kommunität in der Jabachstraße. Später wurde er Superior in der Stolzestraße, behielt aber seine pfarrliche Tätigkeit an St. Peter bei. Ziemlich unvermittelt wurde er in das Paulushaus nach Bonn versetzt, betreute dort das Elisabethkrankenhaus und leitete noch die Auflösung des Paulushauses ein. Dann übersiedelte P. Zawacki in das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg.

Nach dem Befund einer macula degenerationis und einem beginnenden Krebsleiden führte sein Weg am 25. Mai 2004 in das Peter-Faber-Kolleg in Berlin und hier verbrachte er im Kreise seiner älteren Mitbrüder gelassen und froh seine letzten Jahre.

R.I.P.