P. Wilhelm Bertrams SJ
geboren am 6. Januar 1907 in Essen
Ordenseintritt am 23. April 1926 in Exaeten
gestorben am 31. Dezember 1995 in Münster

"In eurem Herzen herrsche der Friede Christi."
(Kol. 3,15a)

Diese Worte leiten den Ruf vor dem Evangelium am Fest der Heiligen Familie ein. Wenige Minuten nach Beendigung der Kommunitätsmesse gab P. Bertrams sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurück. Geboren wurde er am 6. Januar 1907 als Sohn des Polizeibeamten Wilhelm Bertrams und seiner Ehefrau Wilhelmine, geb. Bungers, in Essen. Hier wuchs er mit seinen Brüdern Goswin und Hans auf und beendete Ostern 1926 seine Schulzeit an der Oberrealschule in Essen.

Unmittelbar danach trat er am 23. April 1926 in Exaeten ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach seinem Umzug nach Mittelsteine schloß er den ersten Ausbildungsabschnitt am 25. April 1928 mit den ersten Gelübden ab. Bis Herbst 1928 ergänzte er seine humanistischen Sprachkenntnisse im Juniorat in Exaeten, um dann bis 1931 in Valkenburg Philosophie zu studieren. Nach einem zweijährigen lnterstiz als Präfekt am Aloisius-Kolleg in Bad Godesberg schlossen sich die vier Jahre dauernden theologischen Studien wiederum in Valkenburg an. Dem damaligen Brauch gemäß wurde er am Ende des dritten Studienjahrs, am 27. August 1936, zum Priester geweiht.

Vom Herbst 1937 an weilte er in Rom und dozierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana im kleinen Dogma, Ein Jahr später nahm er dort das Spezialstudium des kanonischen Rechts auf, das er im Herbst 1941 mit dem Dr. Juris Canonici "summa cum laude" abschloß. Und sofort begann er seine Lehrtätigkeit an der Gregoriana, zunächst im Fach Philosophie des Rechts und später auch Theologie des Rechts und setzte sie seit Oktober 1943 als Professor bis zu ihrem Ende im Sommer 1981 fort. In diesen Fragen war er auch Peritus beim Zweiten Vatikanischen Konzil und Mitglied der ersten Bischofssynode (29. September bis 29. Oktober 1967) in Rom.

Dreimal mußte er seine Lehrtätigkeit unterbrechen: Einmal vom Herbst 1942 bis Ostern 1943; da war er in Florenz im Tertiat und vertrat bis Oktober 1943 den Spiritual am Germanikum. Ein zweites Mal vom August 1953 bis September 1954; da wird er im Katalog als Operarius in Bonn ausgewiesen. Und schließlich ein drittes Mal; da ist er ab 1. September 1971 Offizial der Diözese Osnabrück und arbeitet bis zur völligen Erschöpfung. Vom 29. Juni 1973 an ist er Operarius in Essen und kehrt im September 1974 wieder an die Gregoriana nach Rom zurück.

Am 2. Juni 1981 siedelte er endgültig nach Deutschland um; und zwar ins Altenheim in Münster. Gut vierzehn Jahre waren ihm noch vergönnt. Allen in Haus Sentmaring wird er als ruheloser Wanderer in Erinnerung bleiben, oft ängstlich, aber immer vornehm und freundlich. Nach längerer Krankheit nahm ihn der Herr am Fest der Heiligen Familie, das dieses Jahr auf den letzten Tag des Jahres fiel, in seinen ewigen Frieden auf.