P. Ludger Born SJ
* 15. Juni 1897
26. November 1980

Auf Dich, Herr, habe ich gehofft.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.

In Duisburg wurde er am 15. Juni 1897 geboren und verlebte mit seinen neun Geschwistern in dem von tiefer Frömmigkeit geprägten Elternhaus eine glückliche Jugend. Nach seinem Abitur trat er am 26. Juni 1915 in den Jesuitenorden ein, er nahm noch am 1. Weltkrieg teil und wurde mit dem EK II ausgezeichnet.

Nach den Studien in Valkenburg erhielt er am 27. August 1928 die Priesterweihe und war bald danach schon ih der Düsseldorfer Rednerturme tätig. 1934 kam er nach Hamburg, er war dort Studentenpfarrer, Dozent an der Lehrerbildungsanstalt und Superior der Residenz. 1939 mußte er aus politischen Gründen nach Wien versetzt werden, er wurde Praeses verschiedener Kongregationen, Referent am Wiener Seelsorgeamt für Konvertiten und die Wandernde Kirche, sowie Beichtvater und Prediger am Stephansdom. Ab Dezember 1940 war er Leiter der Hilfsstelle für nichtarische Katholiken, die er mitbegründete. Dort half er unter ständiger Lebensgefahr tausenden von verfolgten jüdischen Katholiken, indem er ihnen die Ausreise verschaffte, und, als das unmöglich wurde, mit Klugheit, Umsicht und kühner Entschlossenheit durch seinen Einsatz bis in die KZ's hinein viele vor dem sicheren Tode rettete. Der österreichische Staat und die Bundesrepublik Deutschland ehrten ihn mit hohen Auszeichnungen.

Nach dem Krieg sorgte er zunächst für den Aufbau von Sankt Georgen in Frankfurt. 1949, in Dortmund, wurde er geistlicher Leiter des von ihm gegründeten Cartell Rupert Mayer, das er 1960 von Essen aus neben einer umfangreichen Exerzitien- und Vortragsarbeit weiterhin leitete. Seit 1970 war er wieder in Wien um an einer Dokumentation über die Tätigkeit der Hilfsstelle in den Kriegsjahren zu arbeiten. Als seine Kräfte immer mehr nachließen, kam er 1976 nach Münster. Dort gab er nach längerer Krankheit am 26. November 1980 sein Leben in die Hände des Schöpfers zurück; er wurde auf dem Friedhof von Haus Sentmaring beigesetzt.