P. Heinrich Köster SJ
geboren am 20. Januar 1935 in Hagen/Westf.
zum Priester geweiht am 28. August 1965 in Frankfurt
gestorben am 19. April 2000 in Erfurt

Heinrich war der zweite der drei Söhne des Elektrikers Erich Köster und seiner Frau Maria, geborene Menke. Der älteste Bruder kam 1945 als Fahrschüler bei einem Eisenbahnunglück um. Die Mutter verstarb 1954. Heinrich bestand im Februar 1955 am städtischen mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium in Wetter/ Ruhr das Abitur und begann im April 1955 in Münster ein Lehrerstudium mit den Fächern Latein, Geschichte und Religion. Nach drei Semestern wechselte er nach Innsbruck. Am 29. April 1957 trat er in Eringerfeld ins Noviziat der Niederdeutschen Jesuitenprovinz ein. Das sechssemestrige Philosophiestudium in Pullach und ein Jahr Praktikum als Erzieher am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg schlossen sich an. Die folgenden vier Jahre studierte er Theologie in Frankfurt Sankt Georgen. Schon nach zwei Jahren durfte er mit Rücksicht auf seine schwerkranke Stiefmutter die Priesterweihe empfangen. Inzwischen hatten ihn die Ordensobern dazu bestimmt, Lehrer an einem der Kollegien zu werden. Deshalb belegte er weitere sechs Semester Latein und Geschichte an der Universität Frankfurt. Er, der kaum als progressiv gelten konnte, hatte in den 68er Jahren so ein Ansehen, daß man ihn zum Fachbereichssprecher wählte. Nach dem Staatsexamen in Geschichte, Politik und Theologie im Mai und in Latein im November 1970 machte er das Referendariat in Offenbach.

Am 2. Februar 1972 begann er seinen Dienst an der St.-Ansgar-Schule in Hamburg, wurde 1977 Oberstufenkoordinator und am 1. Januar 1978 Schulleiter. In Hamburg konnte er den längsten und nachhaltigsten Lebensabschnitt zubringen. Er war Lehrer mit Leib und Seele, kannte jeweils die über tausend Schülerinnen und Schüler mit Namen und sorgte sich um ihre großen und kleinen Probleme. Machte er bisweilen auch einen recht handfesten, ja burschikosen Eindruck, so wußte er doch Probleme sehr empfindsam und mit großem Fingerspitzengefühl zu lösen. Man konnte zu ihm Vertrauen haben und wurde nie enttäuscht. P. Köster besaß ein solides theoretisches Wissen und eine umfassende Allgemeinbildung. Das hinderte ihn aber nicht, zuallererst und von ganzem Herzen Praktiker und Seelsorger zu sein. Das spürten die Eltern, die Kolleginnen und Kollegen. Ihm lag an guten Kontakten zu den katholischen Schulen Hamburgs, von wo man immer wieder bei ihm Rat und Hilfe bei verwaltungstechnischen und juristischen Fragen einholte. Da er sich zum Lehrer und Priester berufen wußte, ergab sich, daß er seit Weihnachten 1972 ständig Subsidiar an HI. Kreuz in Volksdorf war, "dienstältester Kaplan Hamburgs", wie er stolz betonte. Im Sommer 1993 wurde er als Schulleiter an das Berliner Canisius-Kolleg versetzt. Dort schied er auf eigenen Wunsch zum 31. Juli 1997 aus und zog nach Erfurt um. An der Edith-Stein-Schule und in der Seelsorge konnte er drei sehr erfüllte Jahre verbringen. Im Sommer 2000 sollte er den Schuldienst in Erfurt aufgeben, um in Frankfurt in der Seelsorge und im Innendienst für die Mitbrüder tätig zu werden.

Vor wenigen Wochen äußerte P. Köster im Gespräch, wenn er stürbe, dann wünsche er sich dies in der Karwoche. Ob er schon ahnte, wie nahe seine Zeit war? Der Herr rief ihn am Karmittwoch zu sich. Wir beerdigten ihn am 4. Mai auf dem Ordensfriedhof in Münster.