Wo ist dein Bruder Abel? Religion und Gewalt

Ein Verdacht hält sich hartnäckig in der Gegenwart: Es seien die monotheistischen Religionen, die die Gewalt in die Welt gebracht hätten. Von ihrem Ursprung her, so die These, seien sie unfähig zur Toleranz, weil der Glaube an einen einzigen Gott jeden anderen Weg zum Irrweg erkläre. Kaum ein Vorwurf wiegt schwerer, denn er trifft nicht […]

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Evolutionäre Ethik und die Natur des Menschen

Die Frage, woher der Mensch seine moralischen Regungen bezieht, hat in den letzten Jahrzehnten eine neue Wendung genommen. Die Evolutionswissenschaften bieten Erklärungen dafür an, warum Menschen zu Mitgefühl, Fairness und Kooperation neigen. Der Moraltheologe Rupert M. Scheule hat unter dem Stichwort einer evolutionären Ethik geprüft, wie weit diese Erklärungen tragen und wo sie an ihre […]

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Wenn die Nation heilig wird

Als sich in Ungarn nach den Wahlen von 2010 eine Zweidrittelmehrheit im Parlament bildete, richteten europäische Beobachter ihren Blick zunächst auf Verfassungsreformen, Mediengesetze und Fragen der Gewaltenteilung. Weniger sichtbar, aber womöglich tiefgreifender ist ein kulturelles Phänomen, das die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky in mehreren Arbeiten beschrieben hat: die Verschmelzung von nationaler Identität und religiöser Symbolik zu […]

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Europa und die Zukunft des Christentums

Europa gilt als Musterfall der Säkularisierung. Kirchen leeren sich, die Bindung an religiöse Institutionen schwindet, und der Glaube wird zunehmend Privatsache. Der Soziologe Axel T. Paul hat gefragt, was unter diesen Bedingungen vom Christentum bleibt. Seine Antwort ist weder ein Abgesang noch eine Beschwörung besserer Zeiten. Sie richtet den Blick auf die Ressourcen, die der […]

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Kirche und Staat in Ungarn: eine heikle Nähe

Seit bei den Wahlen von 2010 die nationalkonservativen Kräfte in Ungarn eine Zweidrittelmehrheit im Parlament errangen, veränderte sich das Verhältnis von Politik und Religion spürbar. Der Theologe János Wildmann hat diese Entwicklung in einem Beitrag für die Herder Korrespondenz aus dem Jahr 2011 kritisch beleuchtet. Sein Befund ist unbequem: Angesichts weitreichender Eingriffe der Regierung, bis […]

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Coubertin und die katholische Kirche

Pierre de Coubertin (1863 bis 1937) gilt als Begründer der modernen Olympischen Spiele. Weniger bekannt ist sein Verhältnis zur katholischen Kirche, das der Sporthistoriker Alois Koch eingehend untersucht hat. Coubertin stammte aus einer traditionsreichen, streng katholischen französischen Adelsfamilie, entwickelte sich jedoch zu einem Mann, der Distanz zu kirchlichen Institutionen hielt und zugleich religiöse Motive in […]

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Wohngemeinschaft Naunynstraße: 25 Jahre gelebte Gastfreundschaft

In einem Altbau in Berlin-Kreuzberg besteht seit einem Vierteljahrhundert eine Wohngemeinschaft, die sich schwer in gängige Kategorien fügt. Die Wohngemeinschaft Naunynstraße ist weder eine klassische Kommune noch ein soziales Amt, sondern ein Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft für kürzere oder längere Zeit zusammenleben. Getragen wird das Projekt von einer kleinen Gemeinschaft, die sich der […]

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Niklaus von Flüe: Vom Bauern zum Friedensstifter

Nur wenige Gestalten der Schweizer Geschichte haben eine so eigentümliche Doppelrolle gespielt wie Niklaus von Flüe, den die Nachwelt als Bruder Klaus kennt. Geboren wurde er 1417 im Flüeli oberhalb von Sachseln, in einer Bauernfamilie des Obwaldner Berglands. Fast fünf Jahrzehnte lebte er ein Leben, das den meisten seiner Zeitgenossen vertraut war: Er bewirtschaftete seinen […]

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Konversion zum Islam in Europa: Suche nach Halt

Der Islam gilt in Europa oft als Religion von Zugewanderten. Tatsächlich aber wächst seit Jahren eine kleine, aber sichtbare Gruppe von Menschen, die aus einem christlichen oder säkularen Umfeld stammen und bewusst zum Islam übertreten. Die Soziologin Susanne Leuenberger hat sich mit diesen Konvertiten beschäftigt und dabei ein Bild gezeichnet, das gängige Erklärungsmuster unterläuft. Wer […]

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Ein Kalender der Erinnerung: Geschichte des Jesuitenordens

Der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard hat einmal darauf hingewiesen, dass sich das Leben nur rückwärts verstehen, aber nur vorwärts leben lässt. In diesem Satz liegt eine Einsicht, die auch die Erinnerungsarbeit religiöser Gemeinschaften trägt. Ein Kalender, der die Geschichte des Jesuitenordens Tag für Tag verzeichnet und dabei besonders die deutschsprachigen Provinzen in den […]

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